*
Wir wissen es alle: Insekten sind sehr wichtig; sei es für die Bestäubung, oder als Nahrung für Vögel & Co. und für das ganze Ökosystem überhaupt. In unserem neuen Zuhause hatten/haben wir jede Menge Ohrwürmer. Trug ich Anfangs noch jeden einzelnen nach draußen, war es aber spätestens, nachdem sie uns sämtliche Pflanzen annagten, mit der Freundschaft aus. Sie fraßen alles kahl, was ihnen vor die Zangen kam und machten auch vor unseren Zimmerpflanzen nicht halt. Egal, WAS man vom Boden aufhob: mindestens 5 !! Ohrwürmer flüchteten in alle Himmelsrichtungen. Sie krabbelten in der Futterschale der Katzen umher, saßen auf der Zahnbürste, nahmen ein Bad in der Espressotasse, inspizierten die Küchenmaschine von innen und legten sich tief eingekuschelt in unsere Handtücher und Bettwäsche zum Schlafen nieder.
Machte ich morgens die Haustür auf, wurde ich von einer Ohrwurm-Gang regelrecht überrannt, die scheinbar stundenlang vor der Tür ausharrte und nur auf diesen Augenblick gewartet hat. Muss ich noch erwähnen, dass sie auch im Briefkasten wohnen???....Scheinbar bilden sie sich ein, sie wären unsere Haustiere; Fakt ist, sie wollen uns sehr nah sein!! Sehr nah!! Hattet ihr schonmal einen Ohrwurm....in der Unterhose, bzw im BH??? Ruckzuck erinnert das Gehirn sich automatisch an die Disco-Mooves aus den 80ern...Spätestens jetzt weiß man/frau, warum sie auch OhrenKNEIFER genannt werden. Aber ich will das jetzt hier nicht weiter ausführen...
Jedenfalls waren wir nicht die besten Freunde. Im Gegenteil, ich hab ihnen regelrecht den Krieg erklärt und sie sogar an Günter (unseren Weberknecht im Gäste-WC) verfüttert. Inzwischen schäme ich mich auch ein kleines bißchen dafür....
Doch dass ich nun das Kriegsbeil ausgegraben hatte, half weder mir, noch dieser gepanzerten Armee. Und während ich anfangs nur verzweifelt war, wurde dieses Gefühl schon bald von reinster Panik abgelöst. Was also tun?
Wieder einmal kam mir der Zufall zu Hilfe. Meine liebe Bloggerfreundin Lilly (von Lillys kleine Gartenwelt) empfahl mir dieses Buch:

Darin beschreibt die Autorin, WIE nützlich diese kleinen Tierchen sind. Mehr noch, sie widmet ihnen gleich ganze 2 Kapitel und schreibt sich regelrecht in Rage, weil diese kleinen Insekten doch tatsächlich soziales Verhalten an den Tag legen, indem sie sich sowohl um ihre eigenen Eier, als auch später noch um den Nachwuchs kümmern. Sie zeigt auch auf, WIE nützlich diese sind, weil auf ihrer Speisekarte ganz oben die Blattläuse stehen (Hmm...stimmt, mir ist bisher nicht eine einzige Laus weder über die Leber, noch durch den Garten gelaufen....) Auch die Eier und Maden des Apfelwicklers zählen zu ihrer Leibspeise und spätestens DA machte es KLICK bei mir. Vorbei also die Zeit der umständlichen Klebefallen- Willkommen "Forficula auricularia", wie der gemeine Ohrwurm in Fachkreisen auch genannt wird. Nun mussten wir die Kerlchen nur noch davon überzeugen, dass sie zwar bei uns wohnen dürfen, nur eben nicht unbedingt mit uns! Entsprechend musste eine geeignete Behausung gefunden werden. Also raus in den Wald, Rinde gesammelt....

.....diese mit Stroh ausgestopft.....
....mit Sukkulenten bepflanzt, und mit Blättern dementsprechend aufgehübscht. Es heißt, die Ohrwürmer wären uns Menschen nicht ganz unähnlich. Also braucht es schließlich auch was für´s Auge ;-)
Auf meiner Runde durch den Wald fand ich auch noch diesen kleinen Baumstumpf hier:
Und eigentlich wollte ich daraus "nur" eine Insektenpension (Hotel erschien mir zu groß) machen.
Doch, wie ich da so vor mich hinbohrte, ging mal wieder die Fantasie mit mir durch......
....und ich dachte mir:"Warum nicht das Nützliche mit dem Schönen verbinden?"
Und heraus kam dabei schließlich DAS hier:
(Eine Schaukel durfte allerdings auch nicht fehlen!)
So steht das Elfenhaus nun unweit von der Ohrwurmpension in unserem Vorgarten. Und so wird die häßliche Rindenmulchfläche Stück für Stück zum Elfengarten und Insektenparadies. Also die berühmten 2 Fliegen mit 1 Klappe!
(Übrigens wohnt in der Tanne vor´m Haus ein Kobold, wie man an den Füßen sichtlich erkennen kann. aber pssst, nicht weitersagen!! Ich denke mal, vor Weihnachten spendiere ich ihm noch eine Mütze ;-)
(hier nochmal in Großaufnahme)
Und hier nochmal das Gesamtbild mit dem Feengarten von
*HIER* Ihr erinnert euch??
Und von unserem letzten Waldausflug brachten wir noch diese Baumwurzel mit.
Diese kam neben das Igelhäuschen, das scheinbar schon vom stacheligen Gartenbewohner inspiziert wurde. (wenn ich die Fraßspuren richtig deute...)
Und zu guter Letzt noch ein Totholz-und Steinhaufen, was aber aufgrund der schlechten Lichtbedingungen, (oder aufgrund der schlechten Fotografierkünste der Autorin) nicht ganz einfach zu erkennen sind....Ich sehe gerade, auf diesem dämlichen Mulch hebt sich tatsächlich so gut wie NICHTS eindeutig ab. (grrrmpf!!!)
Aber ich denke mal, die Botschaft dahinter dürfte angekommen sein; hoffe ich zumindest ;-)
O.a. Buch werde ich demnächst noch genauer vorstellen, es sei denn, Lilly kommt mir zuvor *lach*
Nun wünsche ich euch noch wunderbare goldene Herbsttage, die sich ideal dafür eignen, den Garten vor dem Winter noch ein bißchen Insektenfreundlicher zu gestalten....Habt ihr Lust bekommen?
Na dann,
bis bald,
eure Jeanne
* Post enthält unbezahlte Werbung