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Dienstag, 21. November 2023

Sie sind wieder da...

...die Monster-Adventskalender!!
 
Seit Wochen werden sie nun schon in den Geschäften strategisch deplaziert drapiert, dass man/frau an ihnen nicht vorbeikommt. Neulich hatte ich sogar Mühe, den Einkaufswagen durch diesen klaustrophobisch beengten Korridor zur Kasse zu schieben. Ich war schweißgebadet bei dem Jongliermanöver durch die sich links und rechts auftürmenden Adventskalenderaufsteller.  Und im Hintergrund dudelte scheinheilig: "It´s the most wonderful time of the year!"...dideldideldum....
EUER ERNST??? Möchte ich da jedes Mal diesen doofen Discount-Managern, oder wer auch immer sich diese Markentingstrategie auf die Fahne schreiben darf, lauthals entgegenschreien!!!
 
NIE, NIE, NIEMALS werde ich Menschen verstehen, die SO ETWAS für ihre Kinder, oder gar für sich kaufen!! (Kann man seine Ableger denn so sehr hassen, um ihnen so etwas grausames anzutun? LOL)
Nicht falsch verstehen, ich habe auch jahrelang Adventskalender fürs Töchterlein befüllt. 
ABER: Diese waren immer selbst gemacht! Und beinhalteten u.a. auch immatrielle Dinge, wie Gutscheine für eine Pfannkuchenparty, einen Video-Abend, etc. pp...

Zufälligerweise hat sich neulich ein Verbrauchermagazin im TV genau mit diesem Thema befasst. Klischeemässig kamen da übereifrige Mütter zu Wort, die dann auch noch zeigen durften, WAS sie denn alles in die Säckchen ihrer Sprösslinge einfüllten. Sie versicherten vor laufender Kamera, dass keine Mühen und Kosten gescheut werden, und frau auch ganz genau darauf achten würde, bei 2 Kindern (Mädchen) auch ja nur die gleichen Sachen zu verpacken. Darüberhinaus erklärte sie noch, sie sei auch mal auf die angebotenen Adventskalender reingefallen. Aber die wären viel zu überteuert gewesen; zumal sich bei einem Playmobilkalender hinter einem Türchen nur eine "Mini-Plastikmöhre" befand. Das muss man sich nur mal vorstellen, wie groß dann die Enttäuschung war!!
Nicht auszudenken, nochmal in solch enttäuschte Gesichter blicken zu müssen!!( OK, dieser Satz stammt von der Autorin dieses Textes - sorry, konnte es mir nicht verkneifen ;-)...

Doch weiter im Text, also TV-Bericht: "nee nee, seither werden demnach wieder fleissig 24 Päckchen, (also 48, weil 2 Töchter) gepackt. Und außerdem sei das dann auch im Verhältnis viel billiger, weil sie auf diese Weise nur auf 75.-€ pro Kind kommt"!!!! (Kennt ihr schon "girls-math"? Unbedingt mal auf Youtube anschauen und schlapp lachen!! ;-)

Ich fiel bei diesen Worten fast aus dem Sessel und vom Glauben ab!!!...

Aber es geht noch weiter, das Drama nimmt sozusagen seinen Lauf. Auf die Frage, ob das denn nicht etwas viel Geld für einen Adventskalender sei, antwortete sie: "Das mag sich jetzt vielleicht etwas viel anhören, ABER: Sie fängt ja schon im Sommer damit an, die Sachen zu kaufen, von daher "relativiert" sich das ganze dann über´s Jahr gesehen!!! (Wie gesagt, "girls-math" kann ich nur empfehlen!)

Doch halt, wir sind hier noch lange nicht am Ende, die Pointe fehlt ja noch:
Zum Schluß meinte die "gute Ute" noch mit sichtlichem stolz in ihrem Gesichtsausdruck: 
In diesem Jahr habe sie sich selbst auch etwas ganz besonderes gegönnt, nämlich einen "Parfüm-Adventskalender" von GUCCI!!!
 (Anmerkung der Redaktion: Wenn sie Glück hat, ist unter den 24 vielleicht wirklich ein Duft dabei, der ihr gefällt und zu ihr passt, so dass sie nur 23 Fläschchen im Januar in die Tonne treten muss!!...) 

Ganz ehrlich, spätestens jetzt fiel mir die Kinnlade bis auf den Couchtisch! 

Mir ist schon klar, dass man nicht alles glauben darf, was die Flimmerkiste so alles zum Besten gibt. 
Doch muss man sich doch nur mal in den Geschäften umsehen; wie oben beschrieben, MUSS  irgendjemand diesen ganzen Krempelkram doch kaufen. Sonst würde es doch nicht von Jahr zu Jahr immer mehr werden. 
Vor genau 5 Jahren hab ich mich schonmal darüber ausgelassen und zu diesem Zweck den umgekehrten Adventskalender ins Leben gerufen, erinnert ihr euch noch? (nachzulesen *HIER*)

A propos, Umgekehrter Adventskalender...(HA! Endlich ist mir eine gelungene Überleitung zu diesem Thema/Post gelungen, nachdem ich seit Tagen schon darüber nachgrüble...ich Fuchs ;-)
Immer wieder werde ich nämlich angeschrieben, ob ich denn nicht wieder jene Aktion ins Leben rufen könnte. "Könnte" ja, ABER: wie ihr euch denken könnt, war das sehr aufwändig, JEDEN TAG zu posten! Und weil ich die Weihnachtszeit aber in ihrer ursprünglichen Form genießen möchte, mit Schmücken, Plätzchen backen, kitschige Weihnachtsfilme schauen und entsprechende Bücher lesen, und mich auch sonst von diesem ganzen Konsumwahnsinn da draußen zurückziehe, hab ich mir etwas anderes einfallen lassen zum Thema "Ausmisten und Ordnung halten". 
 
Wer von euch also ebenfalls Lust hat, vor Weihnachten noch ein bisschen auszumisten und aufzuräumen, ist herzlich eingeladen, hier mitzumachen. Allen anderen wünsche ich viel Spaß beim inzwischen völlig entarteten "Weihnachts-Konsumzirkus", beginnend mit dem Black Friday...

In diesem Sinne,
macht´s gut, bis dann,
eure Jeanne




 
 
 
 
 
 




Donnerstag, 29. Dezember 2022

"trash-tourette" oder zu guter Letzt!

 Leute, ich hab ein eindeutiges Problem: Ich hab ein "trash-tourette"!!!
Anders lässt es sich nicht erklären, warum ich so dermaßen am fluchen und schimpfen bin, wenn es in irgendeiner Form um Müll geht. 
Mittlerweile bin ich von all dem Verpackungswahn so dermaßen angep***, dass ich es schon gar nicht mehr in Worte fassen kann. Und wenn ich bedenke, wieviel  Zeit jeden Tag dafür draufgeht, um den Abfall systemgerecht zu zerlegen und zu sortieren, da wachsen mir direkt noch mehr graue Haare als es ohnehin schon der Fall ist. 
ABER, so wie es aussieht, stehe ich anscheinend mit diesem Problem nicht alleine da. Anders lassen sich die immensen "Klickzahlen" meines IKEA Müllsortierers-Posts nicht erklären.
SO!! Und genau HIER " hat jetzt der Spaß a Loch!" (ob man merkt, dass ich zur Zeit die "Eberhofer-Krimis" regelrecht verschlinge? *grins*) Und ich hab folgendes beschlossen: Der Februar MUSS ein müllfreier Monat werden. Und warum nicht der Januar? werden sich jetzt sicherlich viele fragen. Weil es dafür einige Vorbereitungen braucht, und weil wir gerade (noch) dabei sind, den Keller auszumisten (fragt nicht!!) Das lässt sich mit "Müllfrei" leider nicht vereinbaren. 
Der Januar wird von daher ein "Aufbrauch-Monat". Und was soll DAS jetzt wieder sein?
Gut, dass ihr fragt *kicher* ;-)...
Hand auf´s Herz! Wir alle haben uns doch mit mehr Vorräten als nötig eingedeckt. Nur aus Angst, nach Weihnachten könnte es NIX mehr in den Geschäften geben. Folglich sind die Speisekammer, der Kühlschrank und der Gefrierer gut gefüllt, fast schon "über-füllt". Demnach bietet sich der Januar prima an, um all diese Vorräte zu verbrauchen. 
Das hat mehrere Vorteile gleichzeitig:
- Der Speiseplan wird abwechslungsreich gestaltet. 
- Das Portemonnaie wird entlastet, wenn man nur die frischen Sachen dazu kaufen muss (was gerade in  diesem Januar wie gerufen kommt, mit all den Preiserhöhungen für Lebensmittel und Energie ganz zu schweigen!!! Da können wir jeden extra Cent gut gebrauchen.
- Das ganze ist sehr nachhaltig, weil die Sachen rechtzeitig aufgebraucht und nicht etwa weggeworfen werden!! (So wie das nach den Hamsterkäufen bei Corona geschah; erst wurden die Regale leergekauft und anschließend die Sachen in die Tonne getreten, sobald das MHD erreicht war, was ich bis heute NICHT verstehen kann. Von daher nochmal an geeigneter Stelle hier mein APPELL: 
MHD bedeutet: Mindestens haltbar bis und NICHT: Tödlich ab!
Die skandinavischen Länder sind uns da mal wieder in Längen vorraus. Allen voran: Norwegen.
Eine Norwegerin war vor Jahren ebenfalls der Meinung, dass viel zu viele Lebensmittel unberrechtigter Weise viel zu oft/früh im Müll landen. Vor allem, Milch!! Die Leute mach(t)en sich noch nicht mal die Mühe, das besagte Produkt zu öffnen, und zu überprüfen, ob der Inhalt noch genießbar ist. 
Sie rief eine Kampagne ins Leben, die dafür sorgte, dass auf jede Milchverpackung der Satz gedruckt wurde, dass man ab Ablaufdatum selbst überprüfen sollte, ob der Inhalt noch brauchbar ist, oder eben nicht. Allein schon die Tatsache, dass es ein Gesetz oder eine Kampagne dafür braucht, dass die Menschen ihre von Natur aus gegebenen Sinne erst dann einsetzen, wenn sie von außen dazu angehalten werden, lässt mich zeitweise regelrecht "gaga" werden.
Ich meine, wir sind doch mit entsprechender "Werkseinstellung" bei unserer Geburt ausgestattet worden. Nur scheinen die wenigsten tatsächlich davon Gebrauch zu machen. (Vom Hirn will ich gar nicht erst anfangen, das verkümmert auch immer mangels Nutzung!)
Meine "Schwiegermonster" machen da keine Ausnahme. Alles was das MHD erreicht hat, landet ungeöffnet in der Tonne. Mich hat dieses Thema ein Zeit lang ganz schön beschäftigt. Und ich hab eine Erklärung dafür gesucht. Die einzige Möglichkeit, die mir einfiel war, dass diese Menschen es vielleicht tatsächlich nicht riechen, oder schmecken können. Der Großteil der Bevölkerung dröhnt sich scheinbar nur noch mit "processed food" zu; also Lebensmittel, die in irgendeiner Form stark bearbeitet sind. Sei es durch Konservierungs- Aroma- oder sonstige Zusatzstoffe. Kein Wunder, leiden darunter sowohl Geschmacks- als auch Geruchs- und ja, sogar der Sehsinn. Die meisten wissen doch gar nicht mehr, wie Lebensmittel in ihrer Ursprungsform schmecken oder gar aussehen. So weigerten sich einst die Kita-Freundinnen meiner Tochter die von mir selbstgemachte Vanillesoße zu essen, weil sie 1. nicht gelb war, und 2. schon solche schwarzen "Schimmelpunkte" darin rumschwammen... Dass diese Bälger kein zweites Mal an meinem Tisch saßen muss ich wohl nicht explizit erwähnen!...
Uuupps, jetzt hab ich mich ganz schön in Rage geschrieben und bin wohl etwas vom Kurs abgekommen ;-). vor lauter MHD...Ähmm...wo war ich gleich nochmal? Achja...Aufbrauch-Januar und müllfreier Februar..wobei "müllfrei" etwas genauer definiert werden müsste. Ganz müllfrei wird in unserer verpackungswütigen Industrie und Gesellschaft wohl kaum umzusetzen sein. Von daher versuche ich zumindest so weit mir möglich, wenigstens auf Plastik und Normalmüll zu verzichten. Papier und Glasmüll wiederum sind erlaubt. Ansonsten müssten wir ja verhungern. Von daher hat jede "Challenge" auch ihre Grenzen ;-)...
Für den März habe ich allerdings noch nichts geplant. Wobei mir die Idee, jeden Monat etwas Neues zu probieren durchaus gefällt. Solltet ihr also Beiträge/ Einfälle/ Themen für den März und darüber hinaus haben, immer her damit. Und wer sich mir anschließen und mit mir austauschen will, ist ebenfalls herzlich eingeladen. Mal sehen, was daraus entsteht... Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt und kann es kaum erwarten, ins neue Jahr zu starten. 

Ihr Lieben,
diesen letzten Post im alten Jahr will ich gleichzeitig zum Anlass nehmen, mich von ganzem Herzen bei all meinen Bloggerkolleginnen (nein, Männer sind bis jetzt keine darunter ;-) und Leserinnen zu bedanken. Der Austausch mit euch bereichert meinen Alltag immer wieder auf´s Neue.
Ein Leben ohne euch wäre gar nicht mehr denkbar, und ich bin so dankbar dafür.
Von daher wünsche ich euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2023. Bleibt vor allem fit, gesund und munter.
Macht´s gut, bis dann, 
eure Jeanne
 


                                                             

Dienstag, 14. Juni 2022

Ein Herz für Insekten

 Letztes Jahr habe ich es leider nicht mehr geschafft, diesen Post zu veröffentlichen (ich sag nur "Buchprojekt"). Und im Winter hätte es keinen Sinn mehr gemacht...Doch wenn man will, kann man/frau selbst jetzt im Juni noch damit starten, vorrausgesetzt, es kommt in nächster Zeit nicht gerade eine Hitzewelle!! Legen wir also los:
Als erstes legt man Karton auf die Stelle, die später zur Bienenweide werden soll. (Ich hab mich hier für ein Herz entschieden) und beschwert das Ganze mit Steinen. Und dann heißt es erstmal warten...
 
 
Nach einiger Zeit sieht das Gras, vielmehr "Gestrüpp" darunter SO aus:

Dieses wird dann mit dem Spaten fein säuberlich abgestochen.

Und mit einer Katze, die gerade zur Hand ist, schön platt gewalzt!! ;-)



Anschließend kommt der Karton, inzwischen gewässert, wieder auf den Boden. (Der Karton sorgt dafür, dass sich kurze Zeit später Regenwürmer und andere Kleinstlebewesen einfinden, die für einen lockeren und durchlässigen Boden sorgen). Darauf kommt dann die abgemagerte Erde. Also Erde, die entweder vom Vorjahr ist, oder mit Sand abgemagert wird. Auf keinen Fall sollte frische Topferde verwendet werden, da diese zu nährstoffreich ist.
Zu guter Letzt kann dann die Samenmischung ausgestreut werden. Und wer will, fasst das Ganze dann auch noch mit Steinen ein, was das anschließende Mähen drumherum etwas erleichtert.

 

Und dann heißt es erneut: Warten! Und mit viel Geduld und Spucke Regen, schieben sich schon bald die ersten zarten Köpfchen aus dem Boden. Und natürlich darf auch die Wasserstelle nicht fehlen. Kaum aufgestellt, wird diese sehr gerne von den geflügelten Gesellen dankbar angenommen.
Gerade in Zeiten, wo jeder zwar viel Wasser im Garten hat, aber nur in Form eines Pools, oder Rasensprengers, sind alle Arten von Tieren froh, wenn sie eine Wasserstelle finden, die sie nicht sofort das Leben kostet. Es bedarf dafür wirklich nicht viel: Ein Konservendeckel, etwas Kieselsteine und ein paar Murmeln oder Glitzersteine, (wenn es funkelt, kommen die Insekten umso schneller ;-)
 



Auch wenn es "arrangiert" aussieht, aber dieses idyllische Stilleben von Familie Schnecke fand ich genau SO eines Tages im Beet. :))

Hier nochmal größer:

Schließlich und endlich wird das Warten belohnt. Was anfangs noch wie wildes Unkraut aussieht, wird nach und nach eine schöne bunte Blumenwiese, die die Insekten nahezu magisch und magnetisch anzieht ;-)

Einen Teil der Blumenmischung streute ich kreuz und quer über das häßliche Rindenmulch vor´m Hauseingang. So recht hatte ich ja nicht geglaubt, dass in diesem "ungünstigen" Millieu überhaupt etwas wächst, doch seht selbst:
Anfangs sieht es, wie gesagt, erstmal nach "lazy gardening" aus. Fast so, als hätte das Unkraut über die Kulturpflanzen gesiegt. Das muss man/frau aber einfach aushalten, denn sobald es blüht, wird man für seine Geduld reichlich belohnt; vielmehr die Insekten ;-)

Vor allem die Schmetterlinge fliegen sprichwörtlich auf Disteln; doch welcher normale Mensch lässt schon Disteln in seinem Vorgarten stehen!? (Nur die Hippies aus der Nr. 5! *lach* ;-)

Und beim Borretsch gibt es für die Hummeln kein Halten mehr!...

Und was der Borretsch für die Hummeln, ist der Klatschmohn für die Bienen...

Und schließlich unser "knuspriger" Tannenbaumersatz von Weihnachten, der es leider nicht geschafft hat; doch als Bienenweide und Schildhalter macht er sich noch prächtig.Dieses Schild hier sah ich nämlich auf der BUGA in Erfurt und erzählte meiner Freundin Lilly davon (von Lillys Gartenwelt): 

 
Und schon kurze Zeit später flatterte pünktlich zu meinem Geburtstag dieses selbstgemachte Schild von ihr ins Haus!! Liebe Lilly, nochmals vielen Dank!! Und von dem Tag an, wo es da hing, ignorierten uns die Nachbarn vollends!!! (hahahahah ;-)
 

 
Kein Wunder, denn unter "Garten" verstehen die sowas: 
(dieser Garten wird tagelang gewässert, was das Zeug hält- mit kostbarem Trinkwasser versteht sich!!
So lange, bis es die Mauer runterläuft und schließlich die Straße flutet. Aber man hat´s ja!!!
Eigentlich könnten die auf dieser Fläche auch Reis anbauen!!)
 

 Zu diesem "Vorgarten" muss ich wohl explizit nichts mehr sagen...

Versteht mich bitte nicht falsch; ich will hier niemanden denunzieren oder so, aber ich finde es so traurig, welch falsches Bild von einem Garten sich mittlerweile in den Köpfen festgefressen hat. Denn der hintere Gartenbereich sieht keinen Deut besser aus. Und damit die Kinder nicht schmutzig werden,  müssen, "dürfen" sie auf Asphalt spielen. Und der Rasen dient nur als Anschauungsobjekt!! (Ebenfalls ausgiebig gewässert, wohlgemerkt!)
 

Hier ein entsprechendes Schlußwort zu finden, fällt mir direkt schwer. Das sind Augenblicke, die mich nahezu verzweifeln lassen. Und ich frage mich, was solch ein Mini-Beitrag von mir nützt, angesichts der schweren Waagschale der Umweltzerstörung auf der anderen Seite. Ich wünsche mir sooo sehr, dass die nächste Generation endlich aufwacht, und ihr Hirn zum Denken einsetzt, anstatt immer nur zu konsumieren und zu konsumieren. Denn das witzige ist: Haben die doch alle Kinder! Sind sich aber nicht bewusst, dass das alles auf deren Kosten ausgetragen wird. Die leben, als gäbe es kein Morgen.
Oder es ist ihnen zumindest sch..egal! Solange man diese Erde noch bis zum letzten Tropfen ausbeuten kann, macht man sich keinen Kopf darüber, WOHER die nächsten Generationen die Ressourcen beziehen sollen...

In diesem (heute leider traurigen) Sinne
macht´s gut, oder vielmehr besser,
bis dann, 
eure Jeanne
 





Freitag, 13. August 2021

4 x Haare waschen, die II.

*
Also eines muss man euch lassen: ihr seid ganz schön hartnäckig!! Oder einfach nur neugierig?? 
Nun gut, ich glaube, ich habe euch nun lange genug zappeln lassen...- wird also Zeit für die Auflösung.
Die Fleißigen unter euch, die den früheren Post gelesen haben, werden sich die Antwort schon denken können.....Sie lautet: (hier sich bitte einen Trommelwirbel vorstellen...ja, gut, ein Tusch geht auch!)
...wird das heute noch was?? Ja, ja, Moment....muss gerade noch die Spannung ein klein wenig auf die Spitze treiben- jedenfalls machen sie das im TV auch immer so ;-)

Die Lösung lautet:

BÜRSTEN!!!!
 
Hej, jetzt aber nicht so kommen: solche langen Gesichter will ich hier gar nicht erst sehen!! Und bitte nicht alle auf einmal wild und aufgebracht durcheinander reden!! Oder was dachtet IHR denn? 
Dass ich ein Wundermittel von "Weißkopf" oder "Protector & Gammler" aus dem Hut zaubere? Nein, ich hab mich tatsächlich auf das zurückbesinnt, was Generationen vor uns schon praktizierten. Die berühmten 100 Bürstenstriche kommen nämlich nicht von irgendwo her. Die hatten schon ihre Berechtigung!  
Doch wie bei so ziemlich allem, kommt es auch hier auf das richtige "Werkzeug" an. Wichtig ist, sich eine Wildschweinborstenbürste (Wow, welch ein Wort) von guter Qualität zu kaufen. Mit ihr nimmt man das Sebum, so nennt man den Talg auf der Kopfhaut, auf und verteilt es in den übrigen Haaren. Idealerweise bis in die Spitzen, so dass diese soz. gut geschmiert werden. Ganz viele werden spätestens hier angewidert die Nase rümpfen. Warum? Weil die Industrie hier wahre Arbeit geleistet hat. Sie hat uns nicht nur die Köpfe, sondern auch die Gehirne weichgespült, wie es eine Freundin von mir neulich so treffend ausdrückte!!! Wir bekamen regelrecht eingehämmert, dass "Haar-so-sauber-dass-es-quietscht" (sorry, ich muss heute immer noch über diese Werbeaussage lachen :))) zu sein hat. Folglich wurde das Shampoo mit Zusätzen versehen, welches die Kopfhaut so stark entfettet, das diese erstmal in eine Art Schockstarre verfällt! Völlig perplex, weil man ihr diesen wichtigen Schutzfilm einfach so geklaut hat, reagiert sie wie ein trotziges Kind: "Wieder haben will!" Folglich produziert sie Sebum um Sebum, nur für den Fall, dass ihr es nochmal abhanden kommten sollte. Was mit der nächsten Haarwäsche ja auch tatsächlich geschieht! Die Kopfhaut nun gänzlich irritiert und aufgebracht, denkt sich: "Nicht mit mir, Freundchen!" und setzt nun einen Teufelskreis in Gang, der von der Industrie bewußt SO gewollt ist. Schließlich wollen die Herrschaften nachts beruhigt schlafen und von ihren Yachten und Villen und sonstwas träumen, während das "Fußvolk" inzwischen so verzweifelt ist, dass es die Haarpracht am liebsten für den nächsten Ölwechsel in einer Werkstatt anmelden würde. Stattdessen aber nun täglich fleißig wäscht und wäscht und wenn sie nicht gestorben sind......
Fakt ist, während meiner "no-poo-Methode" hab ich ganze 6 Haarbürsten verschlissen, bis ich endlich DIE richtige(n) fand. Leider gibt es die nur bei A*** zu kaufen. Ich hab monatelang alle Geschäfte abgeklappert, und auch das Internet rauf- und runtergesucht- NIX!! Von daher musste ich in den sauren Apfel beissen, und den guten alten Jeff noch reicher machen, als er ohnehin schon ist- (aargggghhh, wie mich das wurmt!!!)
 
Doch von vorne:
Anfangs dachte ich nämlich noch, es wäre geschickter, 2 Bürsten in 1 zu haben. Ist es aber nicht! Ich kaufte immer die Wildschweinborsten-Haarbürste mit integrierten Plastikstiften, also diese hier:

(hier meine Reise-Haarbürste mit "noch" intakten Stiften; allerdings sehr schwer zu reinigen!)

Allerdings lösten sich schon nach kurzer Zeit die Köpfe, und ich "schrappte" mit diesen Plastikstäbchen regelrecht über die Kopfhaut- Aua!! ): Also suchte ich nach einer Wildschweinbürste mit Metall. Wie es scheint, gibt es die aber nicht; und muss erst noch erfunden werden. Also kaufte ich eine mit Wildschwein und eine mit Metall. Und: BIN ÜBERGLÜCKLICH mit meiner Wahl!
 
 Gestatten: mein Name ist Jeanne, Doppelagentin Jeanne, und ich hab die Lizenz zum Bürsten!!!

 
Doch nun zur Praxis: 
Ich bürste jeweils morgens und abends meine Haare ganz ausgiebig. Dazu entwirre ich mit der Metallbürste, angefangen bei den Spitzen, bis zum Ansatz, ganz vorsichtig die Haare. 
 

Danach wird mit dem Wildschwein in umgekehrte Richtung, also vom Ansatz bis in die Spitzen gebürstet. Auf diese Weise wird der wertvolle  (und nicht igittigitt) Talg gleichmäßig von der Kopfhaut bis in die Spitzen verteilt. Am besten geht das leicht vornüber gebeugt. 
 
 


Doch Achtung: ganz am Anfang spielt die Kopfhaut natürlich verrückt. Sie macht soz. einen "kalten Entzug" durch und fettet dementsprechend wie wild und juckt wie verrückt!  Doch ich kann euch nur ermutigen, durchzuhalten. Besänftigt sie einfach mit Puder. Vor allem, wenn sie ein wenig "strähnig" aussehen, so wie hier.
 

Was nämlich Louis XIV und Konsorten konnten, können wir doch schon lange!! Statt gewaschen wird jetzt gepudert, was das Zeug hält. Spaß beiseite, denn auch hier kann das ganz schnell nach hinten losgehen. Denn, nehmt ihr zuviel, und tragt es sogar direkt zentnerweise auf die Kopfhaut auf, bis ihr ausseht, wie eure eigene Großmutter, werdet ihr eures Lebens nicht mehr froh. Fragt lieber nicht, woher ich das alles weiß. (Hab ich euch schon erzählt, dass Mr. Perfekt oftmals aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr rauskommt? Manchmal erinnert er mich stark an einen "Wackeldackel"!..... ;-)
Also weiter im Text: Entweder nehmt ihr Babypuder- wobei das ebenfalls etwas Fett/Öl enthält, oder ganz einfach Speisestärke, idealerweise gemischt mit Heilerde. Letzere lindert sanft den Juckreiz.
Dazu einfach von dieser Mischung etwas in die Handflächen verteilen, und mit den Fingerspitzen ganz sanft und bestenfalls nach und nach auf dem Haaransatz verteilen. Lieber anfangs etwas weniger nehmen und lieber nochmal am nächsten Tag nachpudern. Seid ihr zu ungeduldig, wie eine ganz bestimmte Person, die ich nur zu gut kenne, müsst ihr euch sonst diesen "Zement" der in Verbindung mit Sebum und zuviel Puder entsteht, regelrecht wieder vom Kopf meiseln!! ....
 

 
 
Ich mache das immer ganz früh morgens, wickele die Haare dann in ein Handtuch (Turban ist natürlicher noch besser) und lasse die Mischung ca 1 Stunde einziehen. Danach bürste ich die Haare aus, wie oben beschrieben. Hinterher fühlen sich die Haare an, wie frisch gewaschen.
 

Gewaschen, aber nicht etwa im Sinne der Shampoo-Industrie. Sondern mit "meiner" Methode:
Dazu löse ich ca. 4Eßl. Roggenmehl in ca. 200-300ml lauwarmen Wasser klümpchenfrei auf. (Statt Wasser kann man auch handwarmen Kamillentee verwenden.) Diese "Pampe" wird dann gleichmäßig auf dem Kopf und zum Schluß bis ind die Haarspitzen verteilt. Da das ganze eine ziemlich tropfende Angelegenheit ist, geht das am besten kopfüber am Waschbecken, oder in der Badewanne. 
 



Nach ca. 20 min Einwirkzeit, werden die Haare mit lauwarmen Wasser ausgiebig ausgespült. Keinesfalls heißes Wasser verwenden, denn diese Klumpen bekommt ihr NIE wieder raus!! (nur so rein theoretisch...)
Idealerweise lasst ihr das Roggenmehl-Gemisch beim Ausspülen einfach über den restlichen Körper laufen. Dieser fühlt sich hinterher wunderbar glatt und geschmeidig an. So könnt ihr euch auch noch das Duschgel sparen ;-)
 
Danach unbedingt noch die sog. "saure Rinse" anwenden. Vor allem am Anfang der Umgewöhnungsphase, wenn die Haare noch stark geschädigt sind. Die Säure im Essig sorgt dafür, dass sich die aufgerauten Haarschuppen wieder schließen. 
Dazu ca. 100-150ml Apfelessig in 1L Wasser geben und am besten kopfüber über die Haare laufen lassen. Anschließend nochmal mit klarem Wasser nachspülen. Bei stark juckender Kopfhaut wird der Apfelessig unverdünnt und erwärmt auf die Kopfhaut aufgetragen. Nach etwa 1Std. Einwirkzeit, am besten in einem Handtuch-Turban eingewickelt, wird der Essig wieder mit klarem Wasser ausgespült. Bei konsequenter Anwendung beruhigt sich die Kopfhaut nach und nach spürbar. Wer Essig allerdings nicht sonderlich prickelnd findet, kann stattdessen auch Kamillentee aufgießen und nach dem Abkühlen sowohl Kopfhaut, als auch Haare damit spülen.
Und SO sehen sie nach dem Waschen und Trocknen aus:

 
Und wieder Achtung: Die Haare fühlen sich frisch gewaschen ganz anders an, als wir es mit dem Shampoo gewöhnt sind. Doch keine Angst, "man gewöhnt sich an allem, selbst am Dativ!" wie es so schön heißt. Die Haare haben mit dieser Methode eine ganz andere Haptik, sie sind schwerer und griffiger. Und auch wenn es anfangs etwas befremdlich ist, sobald ihr euch daran gewöhnt habt, wollt ihr nie wieder in die "Shampoo-Steinzeit" zurück, versprochen!!! Ihr braucht nämlich keine Kur, keinen Conditioner und bestenfalls auch kein Haarspray mehr. Die Haare sitzen einfach irgendwie immer perfekt. Und last but not least, spart ihr über´s Jahr gerechnet jede Menge bares, so daß ihr demnächst ebenfalls ein Entschuldigungs-Schreiben an die Shampoo-Industrie verfassen müsst!! ;-)....
 
Von Zeit zu Zeit ist es noch wichtig, die Haarspitzen mit ganz wenig Kokosöl (Jojobaöl und Olivenöl gehen natürlich auch) zu verwöhnen. Das macht sie geschmeidig und elastisch und Spliss gehört somit endgültig der Vergangenheit an. 
Dazu einfach1/2 Teel. in die Spitzen sanft einreiben, Turban um den Kopf wickeln, damit die Kleidung verschont wird und so lange wie möglich einziehen lassen. Am besten über Nacht.
NICHT ausspülen. Die Haare sind anfangs ohnehin so geschädigt, dass sie das Öl komplett und dankbar förmlich aufsaugen.

PUHHH!! DAS war jetzt aber ein ultralanger Post. Seid ihr eigentlich noch da? Oder seid ihr schon komatös zur Seite gekippt? So lange sollte der gar nicht werden. Und dabei bin ich noch gar nicht dazu gekommen, von meiner "HAARKUR" bzw. "TINKTUR" zu reden, die ich immer dann anwende, wenn auch bei mir spätestens nach 3 Monaten die Kopfhaut zu jucken anfängt. Falls euch das auch noch interessiert, oder falls hier noch mehrere Fragen kommen sollten, so werde ich ggfs. noch einen 3. Teil verfassen. 
Jetzt seid ihr aber fürs erste erlöst, und dürft nun endlich das heiße Wochenende genießen!...
In diesem Sinne
Bleibt sauber, ;-)
bis dann, eure Jeanne 
 
 
 *Post enthält leider unbezahlte Werbung -ließ sich nicht vermeiden!!

Donnerstag, 5. August 2021

4 x Haare waschen

 Offener Brief

Liebe Shampoo-Industrie,
ich wasche 4x meine Haare!!! Nicht in der Woche, (das war früher einmal) nein, auch nicht im Monat, sondern.....jetzt kommt´s: (Bitte die Luft anhalten) IM JAHR!!! (Bitte wieder ausatmen, gerne auch per Schnappatmung ;-)
Sie haben richtig gelesen, das war kein Versprecher, bzw. "Verschreiber". Von daher dieser offizielle Brief an Sie. Er dient sozusagen der Entschuldigung, weil Sie an mir absolut KEIN Geld (mehr) verdienen!
Bei diesen 4 Mal im Jahr benutze ich auch kein herkömmliches Shampoo, sondern meistens Roggenmehl (wie ich es *HIER* bereits schon mal gezeigt habe). Folglich trocknen meine Haare auch nicht aus, so dass ich anschließend weder Conditioner, noch Spülung oder sonstigen Quatsch brauche, der nur unnötig die Haare beschwert. Folglich brauche ich auch kein Spezialshampoo, das die Silikone wieder rauswäscht, was die Haare wiederrum aufraut und sie "fliegen" lässt, so dass ich ein Haarspray oder Gel oder sonstwas bräuchte, nur, um mir die Haare wieder an den Kopf zu kleben. Nein, ich war so frei, und habe mir erlaubt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen; Sie müssen sich folglich eine(n) andere Dumme(n) suchen ;-)....
Hochachtungsvoll
Ihre Jeanne
 
P.S. Und das lästige Haarefärben ist ebenfalls Geschichte- Aber das steht auf einem anderen Blatt ;-)
 

 


Hallo????.....
 
 
Seid ihr noch da? bzw. noch in der Schockstarre nach diesem "outing"? 
Soll ich euch etwas Luft zufächeln? Oder noch besser, hier in die Papiertüte Einatmen-Ausatmen und wieder Einatmen...alles ist gut;-)
Nun gut, erholt euch erstmal in aller Ruhe von diesem Schock. Gebt euch ein paar Tage Zeit, und wenn ihr dann immer noch hartnäckig seid, und am Ende gar wissen wollt, WIE ich das machen, dann schaltet hier wieder ein, wenn es heißt:  

 
JEANNE MACHT NICHT MEHR MIT!! ;-) 
 
 
.....to be continued.....