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Kennt ihr das auch? Ihr kocht ein bestimmtes Gericht, und plötzlich kommen all die Kindheitserinnerungen auf einmal hoch.
So geht es mir bei diesem Gericht: Krautnudeln
Dieses Gericht kommt mit nur einer Zutat aus, kommt ohne (Plastik-) Verpackung daher und produziert auch keinen Müll, wenn man es richtig macht ;-) bzw. wenn man die Nudeln ebenfalls noch selbst macht!! s. *HIER*
Doch es erfordert eine ganz bestimmte und fast schon geheime Zutat! Etwas, das nicht im Gewürzregal steht und das man auch nicht im Laden kaufen kann, nämlich ZEIT!!
An alle, also geschätzt die Hälfte, die jetzt noch nicht weggegklickt haben, DANKE dass ihr drangeblieben seid;-)
Bei Krautnudeln muss ich dementsprechend an unsere Urlaube bei Verwandten am Balaton (zu deutsch: Plattensee) in Ungarn denken: Endlose Sommer mit ganz viel Sonnenbrand und Milliarden von Stechmücken, Langos bis zum Umfallen und Palacsintát (Pfannkuchen) bis sie zu den Ohren rauskommen. Melonen bis man das Gefühl hat, zu platzen und regelrechte Krautnudelpartys, wo die ganze Verwandtschaft in der Küche steht, Kraut röstet und die Nudeln selbst macht, mit den Eiern von den eigenen Hühnern. Ich glaub, ich hab nie wieder solch gute Nudeln gegessen. Und immer wieder fällt mir der viel zitierte Satz meines Apu´s (Vaters) ein: Die Ungarn sind wohl das einzige Volk, das einen mit Essen umbringen kann! ;-)
Denn egal, wen wir besuchten, und sei es nur den Schuster, dem wir die Schuhe zum neu besohlen brachten. Überall MUSSTEN wir essen, essen und nochmals essen. Und selbst wenn wir sagten, wir kommen gerade vom Essen, galt das nicht. Nicht bei einem echten Ungarn. Gegessen wird immer zu jeder Tages und Nachtzeit (Jò ez!)
Doch genug aus dem Nähkästchen geplaudert, jetzt heißt es erstmal, ran an den Speck äh, ans Kraut!
Als erstes wird ein Krautkopf / Weißkohlkopf geviertelt und der Strunk weitestgehend entfernt.
(Diesen müsst ihr aber nicht etwa wegwerfen, sondern könnt ihn mit anderen Gemüseabfällen in der Tiefkühltruhe aufbewahren, bis ihr genug beisammen habt, um daraus eine Gemüsebrühe oder Suppe zu kochen!)
Danach werden die Viertel nacheinander, oder alle auf einmal, je nachdem wie stark eure Küchenmaschine ist, grob geschreddert. Meine Anyu (Mama) hatte keine Küchenmaschine und hat die Krautköpfe per Hand auf einer Küchenraspel zerkleinert- und das bei einem 6-8-Personenhaushalt, wohlgemerkt!! Ich frage mich ganz oft, WIE sie das alles nur geschafft hat. Heute bin ich mir ganz sicher, sie hatte "magische Kräfte", anders kann ich es mir nicht erklären!!
Danach kippt ihr das ganze mit 1-2 Eßl Öl in eine beschichtete Pfanne. Eine Pfanne von hoher Qualität zahlt sich auch hier aus, weil man nicht ständig Öl zukippen muss, damit nichts anbrennt. (Am Ende des Posts folgt ein kleiner Exkurs zum Thema Pfannen, falls euch das interessiert)
Keine Angst, wenn das am Anfang ziemlich viel aussieht, nach einiger Zeit wird die Masse deutlich weniger.....
Und nun braucht es nur noch die oben erwähnte, seltene Zutat, nämlich Zeit:
Das Kraut muss nämlich bei mittlerer Temperatur (auf meinem Herd Stufe 5-6) gaaanz langsam rösten.
Und zwar so ca. 1Stunde. Und leider, leider, kann man nicht großartig weglaufen, da man die Masse alle 5-10min gut durchrühren muss. (Ich kann den Aufschrei des Entsetzens bereits bis hierher hören ;-)
Aber ich kann zu meiner Verteidigung nur sagen:" Der Aufwand lohnt sich!!" Ganz ehrlich!!
Das Kraut bekommt durch das längere Rösten einen fast schon karamelligen Geschmack und schmeckt einfach himmlisch- zumindest meiner Familie :))
Hier kann man bereits sehen, wie es an manchen Stellen schon leicht zu bräunen beginnt....
In dieser Zeit beschäftige ich mich ein Kochfeld weiter bereits mit dem nächsten Kraut: nämlich Rotkraut!! So hab ich gleich 2 Fliegen mit einer Klappe geschlagen und steh nicht nur dumm rum ;-)
Widmet man/frau sich allerdings zu sehr irgendwelchen anderen Dingen, so kann ziemlich schnell das hier passieren (hüstel):
Aber das ist zum Glück nicht schlimm. Einfach weiterrühren. Das
Kraut "verzeiht" so einiges. Nur bitter sollte es nicht schmecken!!....
Und nach gut einer Stunde, sieht das ganze dann so aus:
Zum Schluß wird noch mit Salz und Pfeffer gut abgeschmeckt
Doch keine Krautnudeln ohne Nudeln. Diese kocht man idealerweise parallel dazu; und wenn alles fertig gegart ist, gibt man jeweils eine große Schöpfkelle auf je eine Portion Nudeln und lässt sich das ganze gut schmecken. Guten Appetit, oder in diesem Fall: Jó étvágy!!, wie der Ungar zu sagen pflegt :)
Ein normal großer Kohlkopf reicht für 4 üppige Portionen. Meist bleibt sogar noch etwas übrig, das am nächsten Tag sogar noch besser schmeckt ;-) Das wusste ja bereits schon Wilhelm Busch´s Witwe Bolte (...wovon sie besonders schwärmt, wenn es wieder aufgewärmt! ;-) Und da wundere sich noch einer, warum wir den Namen "Krauts" im Ausland weg haben, *lach*.....
Ihr Lieben, ich hoffe, es geht euch gut;
wir haben unseren "Hausarrest" erstmal verlängert bekommen,
weil ein paar "Anders"-Denkende der Meinung waren, sie müssten
illegal einen Faschingsumzug mitten durchs Dorf veranstalten!!!...
Was soll man dazu noch sagen???
Macht´s gut, bis dann,
eure Jeanne
Pfannen-Exkurs:
früher hab ich ständig Pfannen gekauft, weil diese einfach schon nach kurzer Zeit Schrott waren. Dabei
war
es egal, ob sie teuer oder billig waren, ob es Edelstahl, oder Gussein
war. Bis ich mich dann bei einem Händler vor Ort ausführlich beraten
ließ. Weia, da merkte ich erst, was ich all die Jahre falsch machte.
1. Ist es wichtig, WOFÜR man die Pfanne nutzt, also überwiegend für Fleisch, oder Gemüse, etc. und
sich entsprechende Pfanne zulegen.
2. Das Öl!! Dieses sollte hoch erhitzbar sein, also bestenfalls Brat- oder Rapsöl. Olivenöl, NUR, wenn
es höhere Temperaturen verträgt.
3. NIE mit i.welchen harten Gegenständen, wie Besteck oder Plastikbürsten in der Pfanne rumkratzen,
auch nicht mit der Rückseite eines doch eigentlich weichen Spülschwammes.
Zum Kochen nur Utensilien aus Holz oder Silikon verwenden und zum Spülen nur weiche Tücher
oder Silikonbürsten und ganz wichtig: KEIN SPÜLMITTEL verwenden. Stattdessen Pfanne mit
einem Küchentuch vorsichtig ausreiben und mit heißem Wasser spülen.
Seit
ich/wir diese Tipps beherzige/n hält unsere Universal Gusseisenpfanne nun
schon seit über 5 Jahren und sie hat noch nicht den kleinsten Kratzer
o.ä. Die Beschichtung ist noch wie am 1. Tag, so dass ich so gut wie
kein Öl brauche, selbst Bratkartoffeln gelingen fast ohne!!
Normalerweise
mache ich keine Werbung, (und ich bekomme auch kein Geld dafür), nur
wenn ich wirklich überzeugt bin. Von daher hier der link, unter dem ihr
mal schauen könnt: *CLICK*