Freitag, 13. August 2021

4 x Haare waschen, die II.

*
Also eines muss man euch lassen: ihr seid ganz schön hartnäckig!! Oder einfach nur neugierig?? 
Nun gut, ich glaube, ich habe euch nun lange genug zappeln lassen...- wird also Zeit für die Auflösung.
Die Fleißigen unter euch, die den früheren Post gelesen haben, werden sich die Antwort schon denken können.....Sie lautet: (hier sich bitte einen Trommelwirbel vorstellen...ja, gut, ein Tusch geht auch!)
...wird das heute noch was?? Ja, ja, Moment....muss gerade noch die Spannung ein klein wenig auf die Spitze treiben- jedenfalls machen sie das im TV auch immer so ;-)

Die Lösung lautet:

BÜRSTEN!!!!
 
Hej, jetzt aber nicht so kommen: solche langen Gesichter will ich hier gar nicht erst sehen!! Und bitte nicht alle auf einmal wild und aufgebracht durcheinander reden!! Oder was dachtet IHR denn? 
Dass ich ein Wundermittel von "Weißkopf" oder "Protector & Gammler" aus dem Hut zaubere? Nein, ich hab mich tatsächlich auf das zurückbesinnt, was Generationen vor uns schon praktizierten. Die berühmten 100 Bürstenstriche kommen nämlich nicht von irgendwo her. Die hatten schon ihre Berechtigung!  
Doch wie bei so ziemlich allem, kommt es auch hier auf das richtige "Werkzeug" an. Wichtig ist, sich eine Wildschweinborstenbürste (Wow, welch ein Wort) von guter Qualität zu kaufen. Mit ihr nimmt man das Sebum, so nennt man den Talg auf der Kopfhaut, auf und verteilt es in den übrigen Haaren. Idealerweise bis in die Spitzen, so dass diese soz. gut geschmiert werden. Ganz viele werden spätestens hier angewidert die Nase rümpfen. Warum? Weil die Industrie hier wahre Arbeit geleistet hat. Sie hat uns nicht nur die Köpfe, sondern auch die Gehirne weichgespült, wie es eine Freundin von mir neulich so treffend ausdrückte!!! Wir bekamen regelrecht eingehämmert, dass "Haar-so-sauber-dass-es-quietscht" (sorry, ich muss heute immer noch über diese Werbeaussage lachen :))) zu sein hat. Folglich wurde das Shampoo mit Zusätzen versehen, welches die Kopfhaut so stark entfettet, das diese erstmal in eine Art Schockstarre verfällt! Völlig perplex, weil man ihr diesen wichtigen Schutzfilm einfach so geklaut hat, reagiert sie wie ein trotziges Kind: "Wieder haben will!" Folglich produziert sie Sebum um Sebum, nur für den Fall, dass ihr es nochmal abhanden kommten sollte. Was mit der nächsten Haarwäsche ja auch tatsächlich geschieht! Die Kopfhaut nun gänzlich irritiert und aufgebracht, denkt sich: "Nicht mit mir, Freundchen!" und setzt nun einen Teufelskreis in Gang, der von der Industrie bewußt SO gewollt ist. Schließlich wollen die Herrschaften nachts beruhigt schlafen und von ihren Yachten und Villen und sonstwas träumen, während das "Fußvolk" inzwischen so verzweifelt ist, dass es die Haarpracht am liebsten für den nächsten Ölwechsel in einer Werkstatt anmelden würde. Stattdessen aber nun täglich fleißig wäscht und wäscht und wenn sie nicht gestorben sind......
Fakt ist, während meiner "no-poo-Methode" hab ich ganze 6 Haarbürsten verschlissen, bis ich endlich DIE richtige(n) fand. Leider gibt es die nur bei A*** zu kaufen. Ich hab monatelang alle Geschäfte abgeklappert, und auch das Internet rauf- und runtergesucht- NIX!! Von daher musste ich in den sauren Apfel beissen, und den guten alten Jeff noch reicher machen, als er ohnehin schon ist- (aargggghhh, wie mich das wurmt!!!)
 
Doch von vorne:
Anfangs dachte ich nämlich noch, es wäre geschickter, 2 Bürsten in 1 zu haben. Ist es aber nicht! Ich kaufte immer die Wildschweinborsten-Haarbürste mit integrierten Plastikstiften, also diese hier:

(hier meine Reise-Haarbürste mit "noch" intakten Stiften; allerdings sehr schwer zu reinigen!)

Allerdings lösten sich schon nach kurzer Zeit die Köpfe, und ich "schrappte" mit diesen Plastikstäbchen regelrecht über die Kopfhaut- Aua!! ): Also suchte ich nach einer Wildschweinbürste mit Metall. Wie es scheint, gibt es die aber nicht; und muss erst noch erfunden werden. Also kaufte ich eine mit Wildschwein und eine mit Metall. Und: BIN ÜBERGLÜCKLICH mit meiner Wahl!
 
 Gestatten: mein Name ist Jeanne, Doppelagentin Jeanne, und ich hab die Lizenz zum Bürsten!!!

 
Doch nun zur Praxis: 
Ich bürste jeweils morgens und abends meine Haare ganz ausgiebig. Dazu entwirre ich mit der Metallbürste, angefangen bei den Spitzen, bis zum Ansatz, ganz vorsichtig die Haare. 
 

Danach wird mit dem Wildschwein in umgekehrte Richtung, also vom Ansatz bis in die Spitzen gebürstet. Auf diese Weise wird der wertvolle  (und nicht igittigitt) Talg gleichmäßig von der Kopfhaut bis in die Spitzen verteilt. Am besten geht das leicht vornüber gebeugt. 
 
 


Doch Achtung: ganz am Anfang spielt die Kopfhaut natürlich verrückt. Sie macht soz. einen "kalten Entzug" durch und fettet dementsprechend wie wild und juckt wie verrückt!  Doch ich kann euch nur ermutigen, durchzuhalten. Besänftigt sie einfach mit Puder. Vor allem, wenn sie ein wenig "strähnig" aussehen, so wie hier.
 

Was nämlich Louis XIV und Konsorten konnten, können wir doch schon lange!! Statt gewaschen wird jetzt gepudert, was das Zeug hält. Spaß beiseite, denn auch hier kann das ganz schnell nach hinten losgehen. Denn, nehmt ihr zuviel, und tragt es sogar direkt zentnerweise auf die Kopfhaut auf, bis ihr ausseht, wie eure eigene Großmutter, werdet ihr eures Lebens nicht mehr froh. Fragt lieber nicht, woher ich das alles weiß. (Hab ich euch schon erzählt, dass Mr. Perfekt oftmals aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr rauskommt? Manchmal erinnert er mich stark an einen "Wackeldackel"!..... ;-)
Also weiter im Text: Entweder nehmt ihr Babypuder- wobei das ebenfalls etwas Fett/Öl enthält, oder ganz einfach Speisestärke, idealerweise gemischt mit Heilerde. Letzere lindert sanft den Juckreiz.
Dazu einfach von dieser Mischung etwas in die Handflächen verteilen, und mit den Fingerspitzen ganz sanft und bestenfalls nach und nach auf dem Haaransatz verteilen. Lieber anfangs etwas weniger nehmen und lieber nochmal am nächsten Tag nachpudern. Seid ihr zu ungeduldig, wie eine ganz bestimmte Person, die ich nur zu gut kenne, müsst ihr euch sonst diesen "Zement" der in Verbindung mit Sebum und zuviel Puder entsteht, regelrecht wieder vom Kopf meiseln!! ....
 

 
 
Ich mache das immer ganz früh morgens, wickele die Haare dann in ein Handtuch (Turban ist natürlicher noch besser) und lasse die Mischung ca 1 Stunde einziehen. Danach bürste ich die Haare aus, wie oben beschrieben. Hinterher fühlen sich die Haare an, wie frisch gewaschen.
 

Gewaschen, aber nicht etwa im Sinne der Shampoo-Industrie. Sondern mit "meiner" Methode:
Dazu löse ich ca. 4Eßl. Roggenmehl in ca. 200-300ml lauwarmen Wasser klümpchenfrei auf. (Statt Wasser kann man auch handwarmen Kamillentee verwenden.) Diese "Pampe" wird dann gleichmäßig auf dem Kopf und zum Schluß bis ind die Haarspitzen verteilt. Da das ganze eine ziemlich tropfende Angelegenheit ist, geht das am besten kopfüber am Waschbecken, oder in der Badewanne. 
 



Nach ca. 20 min Einwirkzeit, werden die Haare mit lauwarmen Wasser ausgiebig ausgespült. Keinesfalls heißes Wasser verwenden, denn diese Klumpen bekommt ihr NIE wieder raus!! (nur so rein theoretisch...)
Idealerweise lasst ihr das Roggenmehl-Gemisch beim Ausspülen einfach über den restlichen Körper laufen. Dieser fühlt sich hinterher wunderbar glatt und geschmeidig an. So könnt ihr euch auch noch das Duschgel sparen ;-)
 
Danach unbedingt noch die sog. "saure Rinse" anwenden. Vor allem am Anfang der Umgewöhnungsphase, wenn die Haare noch stark geschädigt sind. Die Säure im Essig sorgt dafür, dass sich die aufgerauten Haarschuppen wieder schließen. 
Dazu ca. 100-150ml Apfelessig in 1L Wasser geben und am besten kopfüber über die Haare laufen lassen. Anschließend nochmal mit klarem Wasser nachspülen. Bei stark juckender Kopfhaut wird der Apfelessig unverdünnt und erwärmt auf die Kopfhaut aufgetragen. Nach etwa 1Std. Einwirkzeit, am besten in einem Handtuch-Turban eingewickelt, wird der Essig wieder mit klarem Wasser ausgespült. Bei konsequenter Anwendung beruhigt sich die Kopfhaut nach und nach spürbar. Wer Essig allerdings nicht sonderlich prickelnd findet, kann stattdessen auch Kamillentee aufgießen und nach dem Abkühlen sowohl Kopfhaut, als auch Haare damit spülen.
Und SO sehen sie nach dem Waschen und Trocknen aus:

 
Und wieder Achtung: Die Haare fühlen sich frisch gewaschen ganz anders an, als wir es mit dem Shampoo gewöhnt sind. Doch keine Angst, "man gewöhnt sich an allem, selbst am Dativ!" wie es so schön heißt. Die Haare haben mit dieser Methode eine ganz andere Haptik, sie sind schwerer und griffiger. Und auch wenn es anfangs etwas befremdlich ist, sobald ihr euch daran gewöhnt habt, wollt ihr nie wieder in die "Shampoo-Steinzeit" zurück, versprochen!!! Ihr braucht nämlich keine Kur, keinen Conditioner und bestenfalls auch kein Haarspray mehr. Die Haare sitzen einfach irgendwie immer perfekt. Und last but not least, spart ihr über´s Jahr gerechnet jede Menge bares, so daß ihr demnächst ebenfalls ein Entschuldigungs-Schreiben an die Shampoo-Industrie verfassen müsst!! ;-)....
 
Von Zeit zu Zeit ist es noch wichtig, die Haarspitzen mit ganz wenig Kokosöl (Jojobaöl und Olivenöl gehen natürlich auch) zu verwöhnen. Das macht sie geschmeidig und elastisch und Spliss gehört somit endgültig der Vergangenheit an. 
Dazu einfach1/2 Teel. in die Spitzen sanft einreiben, Turban um den Kopf wickeln, damit die Kleidung verschont wird und so lange wie möglich einziehen lassen. Am besten über Nacht.
NICHT ausspülen. Die Haare sind anfangs ohnehin so geschädigt, dass sie das Öl komplett und dankbar förmlich aufsaugen.

PUHHH!! DAS war jetzt aber ein ultralanger Post. Seid ihr eigentlich noch da? Oder seid ihr schon komatös zur Seite gekippt? So lange sollte der gar nicht werden. Und dabei bin ich noch gar nicht dazu gekommen, von meiner "HAARKUR" bzw. "TINKTUR" zu reden, die ich immer dann anwende, wenn auch bei mir spätestens nach 3 Monaten die Kopfhaut zu jucken anfängt. Falls euch das auch noch interessiert, oder falls hier noch mehrere Fragen kommen sollten, so werde ich ggfs. noch einen 3. Teil verfassen. 
Jetzt seid ihr aber fürs erste erlöst, und dürft nun endlich das heiße Wochenende genießen!...
In diesem Sinne
Bleibt sauber, ;-)
bis dann, eure Jeanne 
 
 
 *Post enthält leider unbezahlte Werbung -ließ sich nicht vermeiden!!

Donnerstag, 5. August 2021

4 x Haare waschen

 Offener Brief

Liebe Shampoo-Industrie,
ich wasche 4x meine Haare!!! Nicht in der Woche, (das war früher einmal) nein, auch nicht im Monat, sondern.....jetzt kommt´s: (Bitte die Luft anhalten) IM JAHR!!! (Bitte wieder ausatmen, gerne auch per Schnappatmung ;-)
Sie haben richtig gelesen, das war kein Versprecher, bzw. "Verschreiber". Von daher dieser offizielle Brief an Sie. Er dient sozusagen der Entschuldigung, weil Sie an mir absolut KEIN Geld (mehr) verdienen!
Bei diesen 4 Mal im Jahr benutze ich auch kein herkömmliches Shampoo, sondern meistens Roggenmehl (wie ich es *HIER* bereits schon mal gezeigt habe). Folglich trocknen meine Haare auch nicht aus, so dass ich anschließend weder Conditioner, noch Spülung oder sonstigen Quatsch brauche, der nur unnötig die Haare beschwert. Folglich brauche ich auch kein Spezialshampoo, das die Silikone wieder rauswäscht, was die Haare wiederrum aufraut und sie "fliegen" lässt, so dass ich ein Haarspray oder Gel oder sonstwas bräuchte, nur, um mir die Haare wieder an den Kopf zu kleben. Nein, ich war so frei, und habe mir erlaubt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen; Sie müssen sich folglich eine(n) andere Dumme(n) suchen ;-)....
Hochachtungsvoll
Ihre Jeanne
 
P.S. Und das lästige Haarefärben ist ebenfalls Geschichte- Aber das steht auf einem anderen Blatt ;-)
 

 


Hallo????.....
 
 
Seid ihr noch da? bzw. noch in der Schockstarre nach diesem "outing"? 
Soll ich euch etwas Luft zufächeln? Oder noch besser, hier in die Papiertüte Einatmen-Ausatmen und wieder Einatmen...alles ist gut;-)
Nun gut, erholt euch erstmal in aller Ruhe von diesem Schock. Gebt euch ein paar Tage Zeit, und wenn ihr dann immer noch hartnäckig seid, und am Ende gar wissen wollt, WIE ich das machen, dann schaltet hier wieder ein, wenn es heißt:  

 
JEANNE MACHT NICHT MEHR MIT!! ;-) 
 
 
.....to be continued.....
 
 


 

Dienstag, 29. Juni 2021

Die Hauswurz ist mir "schnurz"!

"Also irgendwas mache ich falsch! Nur WAS?" 
Das war so ziemlich die meistgestellte Frage, wenn es um das Thema Hauswurz ging. Denn egal, WO ich sie einpflanzte, nach kurzer Zeit machten sie schlapp!! Und egal, WIE toll die Bepflanzung jedes Mal zu Anfgang auch aussah, in Nullkommanix hatten sie ihr zartes Leben ausgehaucht. (Fast noch schneller, als die Pflanzen von IK**, die bereits nach dem Einscannen an der Kasse schon in guter alter Samuraimanier "HARAKIRI" betreiben.)  Von wegen, Semper vivum!  Seinem lateinischen Namen zum Trotz war nix mit ewigem Leben.
Da konnte ich mir noch so viele Tipps im Internet holen....auch da nur Fotos von perfekten "Arrangements"! Hauswurze in alle möglichen und unmöglichen Behältnisse gepflanzt. In Kochgeschirr, Bücher, Kisten, Schuhe, undundund....
AAAARRRGGGHHHH Das war zum Davonlaufen, bzw., um Mr. Perfect zu zitieren:" Zum Davonreiten!" (In Anspielung auf meinen Namen! Ha, Ha, nicht witzig!!!! 
 
 
Und warum klappte das dann bei MIR nicht?????? 
Die Füchse unter euch, (und ich gehe mal davon aus, dass das ganz viele sind :):), werden bemerkt haben, dass ich in der Vergangenheit schreibe! Tja, Tschacka, oder Heureka, ich hab´s tatsächlich geknackt: Des Rätsels Lösung!
Die Lösung besteht aber nicht etwa in noch mehr Pflege, à la:" Oh Gott oh Gott, du armes Pflänzchen, was hast du denn nur? Was passt dir denn nicht? Was kann ich dir denn Gutes tun? Im Gegenteil, dann heißt es den "Brutalo" rauszuhängen; (und jetzt stellt euch bitte so einen ganz fiesen und schmierigen Cowboytyp vor, breitbeinig und seinen Tabak ausspuckend),so nach dem Motto: "Ey du P...nelke, entweder du spurst, oder fliegst raus! Verstanden?? 
Daraufhin ist eisernes IGNORIEREN angesagt!! Will sagen, die Pflanzen links liegen lassen, oder rechts, je nachdem ;-) Da können sie noch so um Aufmerksamkeit betteln, wenn man bei der üblichen Tour durch den Garten streift. Einfach denken: "Pffft, du kannst mich mal! Du undankbares Geschöpf!" Und auch mit dem Wasser keinesfalls verwöhnen. Erst, wenn sie kurz vor dem Verdursten sind, also, wenn das sog. "Tumbleweed", also diese trockenen Pflanzenkugel, vom Wind schon durch die Straße gerollt wird (wo wir gerade beim WESTERN waren....) und ihr sie verzweifelt krächzen hört: "WASSER,WASSER!!"  und sie kurz davor sind, alles hängen lassen, dann, aber NUR dann, gönnen wir ihnen ein klitzekleines Bisschen von dem erfrischendem Nass.
Idealerweise auch NUR aus dem Blumensprüher. 

Denn, wenn ich eins gelernt hab, dann das: "Bist du nett zu den Hauswurzen, behandeln sie dich wie Sch.... Behandelst du sie hingegen wie Sch...sind sie nett zu dir! (Zitat Ende)
(Ähnlichkeiten mit Zitaten aus dem Film "French Kiss" sind rein zufällig ;-) *hüstel*
Also, irgendwie springen mich heute sämtliche Filme an, keine Ahnung, warum!!...
Doch ich schweife ab....wo waren wir? Ach ja...undankbare Geschöpfe! Denn, als wir letztes Jahr hierherzogen, traute ich meinen Augen kaum. Da haben doch die Nachbarn in ihren Pflanzringen 
M a s s e n  von diesem Sedum. Die quellen da förmlich über, vermehren sich wie die Bekloppten, machen Ableger, werden vom Wind abgerissen, und wachsen dann einfach so auf dem Boden weiter.
Die sehen aus, wie: "einmaleingepflanztundgutist". Und DAS also ist die ganze Kunst? Na, das kann ich auch. Ich "besorgte" mir also überall Ableger. Anfangs versuchte ich es noch mit Exemplaren aus der Gärtnerei, doch diese wandten, wie oben bereits beschrieben, gleich die Samuraimethode an.
Das liegt auch daran, dass die Pflanzen in Deutschland unter den ungünstigsten Bedingungen und im Gewächshaus mit viel Chemie und noch mehr Pestiziden vorgezogen werden. Setzt man diese Geschöpfe dann in freier Natur aus, erleiden sie den Schock ihres Lebens! Vielleicht stammt ja daher der Ausspruch: "Nur die harten kommen in´Garten!" Ich zwickte mir von da an also überall Ableger ab (aber nur solche, die schon in Bodennähe hingen, oder holte mir welche aus der freien Natur - auf dem hiesigen Sportplatz wächst eine Sorte sogar wild und wiederum eine andere entdeckte ich unter all dem Unkraut am Hang unterhalb unserer Terrasse. Ich fand sogar welche auf der Straße! Echt jetzt! Und bettelte auch die Nachbarn an ;-) Und mit der oben angewandten Technik kann sich das Ergebnis jetzt eeendlich sehen lassen. Doch seht selbst:

Hier also die Mauer unserer Nachbarn. Und sobald ich die Kamera zücke, ruft das sofort unsere Fellnasen auf den Plan....
Smulan denkt sich wahrscheinlich:" Paah, warum eine olle Mauer fotografieren, wo Frauchen doch DAS perfekte Model zur Verfügung hat!"

Und während die eine posiert, schleicht sich die andere schon von hinten an.....

Und muss natürlich ebenfalls mitmischen.....

 

Also gibt´s kurz einen Schwenk nach links die Wiese rauf und nach rechts, die Wiese runter.....

Schließlich befanden die 2 Tiger, dass die Wiese ja doch interessanter ist als die schnöden Pflanzringe und waren sogleich wieder mit ihrer Mäusejagd beschäftigt.....und ich konnte ungestört weiterknipsen...(naja, "fast" ungestört ;-)

Hier der Hang hinter unserem Komposter, der ebenfalls mit einem Sedum (wasauchimmer?) bewachsen ist.


Es blüht zur Zeit wunderschön und ist ein richtiger Insektenmagnet.

Diese ganzen Pflänzchen habe ich wie oben bereits erwähnt, rund ums Haus eingepflanzt in so ziemlich alles, was mir in die Hände fiel:
Hier die Baumrinde, die ich bereits in einem anderen Post gezeigt hab...

oder in einen ausgedienten Wasserkessel....

...bzw. einen Flohmarktfund.

Ebenso eine alte Gewürzschütte....
 
sowie eine ausgediente Thunfischdose ;-)

 
Achtung: Bilderflut!!.......


Und ich versichere euch, dass ich diese Töpfe schon vor WOCHEN eingepflanzt habe- Indianer-Ehrenwort!!  und diese nicht erst ganz frisch für die Kamera arrangiert wurden...
Noch schöner sehen die Exemplare in freier Wildbahn aus, die wie ihre Kollegen in den Töpfen ebenso mit stoischer Ignoranz behandelt wurden/werden: (Wieder Achtung: Wieder Bilderflut!)

Hier übrigens mein Mauerblümchen, ........


das vor einem Jahr noch SO aussah: ist das nicht der Hammer? Angesichts dieser Fotos will ich demnächst einen Vorher/Nachher-Post machen. Also, falls ihr Lust dazu habt ;-)


Doch jetzt seid ihr für´s erste erstmal erlöst ;-) Habt immerhin tapfer durchgehalten! Respekt!
Demnächst also mehr...
 
In diesem Sinne, 
macht´s gut, bis dann, 
eure Jeanne


Montag, 14. Juni 2021

Exoten pflanzen....und andere!

Habt ihr schonmal versucht, Exoten zu ziehen? Ich sah das kürzlich in einer Gartensendung, und wollte es unbedingt auch mal probieren. Also schnappte ich mir den Mangokern, der von der selbstgemachten Mangosauce übrig war (s.Hier). Diesen ließ ich erst einmal ein paar Tage abtrocknen; das hat den Vorteil, dass er nicht mehr ganz so glitschig ist, wenn man ihn aufbrechen will. Doch bitte beim Nachmachen gaaanz vorsichtig sein und mit dem Messer nur am Rand etwas an-, bzw. abschneiden. Danach lässt er sich leichter aufbrechen......


Zugegeben, es ist etwas "pfriemelig" und erfordert etwas Geduld und Geschick, und nein, ich habe sonst keine Hobbies...danke der Nachfrage ;-).....*lach*

Anschließend legte ich ihn in erstmal in eines meiner "Mini-Gewächshäuser", die ich normalerweise für Kresse nutze und *HIER*  bereits schonmal zeigte. 


Dabei ist zu beachten, dass der Kern gut feucht gehalten wird. Idealerweise wickelt man ihn dazu liebevoll in ein Tuch.  
 

So eingebettet darf die "Prinzessin" sich nun zur Ruhe legen ; dennoch muss man einmal täglich bei ihr durchlüften und darauf achten, dass sie nicht austrocknet, bis....

...sie nach einigen Tagen ihr zartes Köpfchen gen Licht streckt. Und Wunder über Wunder ein kleines Bäumchen entsteht.
Und Sobald sich die ersten Blätter zeigen,  darf die Prinzessin, ähhh Pflanze, in einen entsprechenden Topf mit guter torffreier Bioerde umziehen.
Und hier, rechts, das Avocado-Bäumchen: Eine Freundin aus Ungarn zog sich vor etlichen Jahren ihren eigenen Zitronenbaum, der, als sie ihn mir zeigte, eine beachtliche Größe von über einem Meter eingenommen hatte. (Inzwischen brauchte es 3 gestandene Männer, um den Kübel ins Winterquartier zu verfrachten ;-)Von ihm konnte sie den ganzen Sommer reichlich Früchte ernten. Natürlich juckte es mich sofort in den Fingern....

Könnt ihr´s euch schon denken??
Genau:

Jetzt muss ich ihm nur noch gut zureden, dass er fleißig wächst ;-)



Zugegeben, es klappt nicht immer auf Anhieb und erfordert ein bisschen Geduld, aber es lohnt sich durchaus, aus sog. "scraps", also "Abfall" sich die eine oder andere Zimmerpflanze selbst zu ziehen.
Vorteil: Die Pflanzen sind nicht bis in die letzte Zelle mit Pestiziden und Herbiziden behandelt.
Und sie sind widerstandsfähiger, als die gekauften, die sich erst "eingewöhnen" müssen. 

Inzwischen ziehe ich regelmässig Salat und Lauch/Zwiebeln nach. Und auch Tomaten, Paprika, Mais und Kürbis aus den Samen von gekauften. Sogar Papayakerne und Jalapenos hab ich eingepflanzt. OB die allerdings etwas werden, sei dahingestellt. Doch Spaß macht es auf jeden Fall!!  
 
Hier hab ich sogar Zitronengras aus dem Bioladen gezogen, ebenso Knoblauch und erneut einen Avocadokern, den ich direkt in Erde gesteckt hab, der dann tatsächlich angewachsen ist. (Hier allerdings schon wieder eingekürzt, damit er sich verzweigt...)
 

 

 
Generell kann man/frau grundsätzlich alles nachziehen, was an Obst- oder Gemüseresten so anfällt...
Einfach mal ins Wasser legen und staunen, WAS da so alles nachwächst. 
 

Und selbst die 4 Kartoffeln, die ich, nachdem sie schon zu verschrumpelt waren und auch schon zu sehr ausgetrieben hatte, fingen an zu wachsen, nachdem ich sie achtlos in meinen Bokashi warf, den ich zu einer offenen Wurmkiste umfunktioniert hatte. 
Diese überließ ich allerdings meiner Vermieterin, die ebenfalls ein goldenes Händchen für allerlei Pflanzen hat. Denn die hätten den Umzug garantiert nicht überstanden. Und in der Tat konnten am Ende der Saison über 20 mittelgroße und wunderbar schmeckende Kartoffeln geerntet werden!!!!
 



 
Dass die Pflanzen allerdings unbedingt Bio-Qualität haben müssen, ist hoffentlich selbst erklärend! Konventionelle Lebensmittel sind zu sehr mit allerlei Chemie behandelt, als dass daraus noch etwas keimen könnte!!...

Probiert´s doch mal aus. Und berichtet auch gerne mal, was IHR so alles heranzieht ;-)
 
In diesem Sinne, 
macht´s gut, 
bis dann, 
eure Jeanne