Dienstag, 1. September 2020

Schulanfang

Das Nachbarmädchen wurde eingeschult und ich brauchte eine entpsrechende Karte. Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich mir diese schon lange nicht mehr in den Geschäften hole, weil "zu kitschig","zu 0815" , "zu viel Plastik" und "zuwasweissichnichtalles".... 
Deswegen habe ich mir vor längerem einen ganzen Stapel umweltfreundlicher "Rohlinge" besorgt und gestalte diese jeweils zu entsprechendem Anlass. 
Lieber hole ich mir dann Anregungen im Netz und schaue , wie ich das mit meinen gegebenen Mitteln umsetzen kann. So auch hier. Doch seht selbst...
Als Schultafel diente mir ein Gustschein, der mir unaufgefordert zu diesem sch*** Black Friday zugeschickt wurde. Als das Ding im Briefkasten lag, bin ich zuerst erschrocken, weil ich dachte, es sei jemand gestorben....( ich fand das überhaupt nicht witzig!)Sofort überlegte ich mir, ob und wie man diesen Schrott vernünftig upcyclen kann, und legte es von daher erst mal "auf Halde".... 

Zur Einrahmung brauchte ich Bleistifte- in Massen. Also schnitt ich Papierreste in viele bunte Streifen.
 
Dann noch eine Schablone für die Bleistiftspitze ausgeschnitten.....

....und Paketband in 1cm- Streifen auf die Schneidunterlage geklebt.
 
 
Links und rechts noch abgeschnitten, et violà, schon ist der 1. Bleistift fertig!

Und mit dieser Methode kann man/frau richtig auf  Masse machen ;-)!!

Dann klebte ich diese schließlich auf die "Tafel" (hier hätte ich mind. 5 Hände gebraucht!!!)und diese wiederrum auf meinen Kartenrohling und tadaaaa:
(auch wenn es so aussieht, als hätte ich 2 gelbe Stifte nebeneinander geklebt, in Wirklichkeit ist das eine ein helles Orange.....)
 
Nun brauchte ich auch noch einen geeigneten Spruch, doch beim Stöbern im Netz, fand ich nur....ich glaube, ich enthalte mich hier diplomatisch jeglichen Kommentars!!!
Also auch hier die gleiche Methode angewandt: Anregung geholt, und selbst drauflos gereimt.
Heraus kam das hier:

Auch beim Geschenk wollte ich nicht auf die üblichen 0815 Utensilien wie Stifte, Mäppchen, etc. zurückgreifen, sondern wählte stattdessen im Edelsteinladen (mit suuper netten Beratung- keine Ahnung, warum alle "Honks" bei A*** bestellen!?) einen passenden und sehr hübschen Edelstein für die Konzentration aus. Hierfür brauchte ich auch noch eine Verpackung, die ich übrigens aus einer Clopapierrolle und ebenfalls Papierresten bastelte!...
 
Beim Durchsehen der Fotos hab ich bemerkt, dass ich doch tatsächlich kein Foto vom Stein und der Verpackung gemacht hab....(weia, ich werde echt alt ;-) Deswegen hier "nur" ein Handy-Foto und die Gummies dementsprechend wegdenken! *grins*

Egal, das Schulkind hat sich gefreut, wie "Bolle" und das ist doch die Hauptsache :))

Ihr Lieben,
kommt gut durch die (kalte) Woche,
bis dann,
eure Jeanne 
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Dienstag, 18. August 2020

Feengarten

Eigentlich fing alles ganz harmlos an, nämlich mit diesem "Baumknoten". Diesen fand ich, wie sollte es auch anders sein, mal wieder bei einer unserer Runden durch den Wald!
 
Und je mehr ich ihn betrachtete, desto fantasievoller wurden die Bilder und Geschichten in meinem Kopf, weil ich fand, er sieht aus wie ein Eingang zu einem Feenland....(könnt ihr die Flügel der Fee noch sehen, die gerade darin verschwand? ;-)
 
 Also wurde er noch dementsprechend gestaltet und im Vorgarten plaziert. Da wir aufgrund von Corona unser Haus nur Online besichtigen konnten, dachte ich zuerst, das auf den Fotos sei ein Schottergarten; doch zum Glück stellte sich heraus, dass es "nur" häßliches Rindenmulch war!!
 
 
Diese Fläche schreit geradezu danach, anderweitig gestaltet zu werden! Ergo bekamen die Feen zu ihrem neu gestalteten Eingang noch eine "Treppe", damit sie nicht mit ihren zierlichen Füßchen übers grobe Mulch humpeln müssen....
 
 Und wie es der Zufall so will, begegnete mir diese Fee ausgerechnet in der "Resterampe" im Supermarkt ?!? und bat darum, mitgenommen zu werden ;-)
 
So wissen spätestens jetzt alle Nachbarn, warum diese "Olle" mit Akkubohrer bewaffnet, ständig auf allen Vieren im Vorgarten umherkrabbelt. Den Bohrer brauche ich deswegen, weil darunter verdichteter Lehm- und Steinboden ist. Selbst für diese Blümchen musste ich den Bohrer zu Hilfe nehmen....
(Diese hab ich jeweils aus 2 Dekoblüten einfach auf Draht aufgeklebt)
 
Und auch die Tannenzapfen wurden auf Schaschlikspieße aufgesteckt und entsprechend im Boden verankert. Lehmiger Steinboden reicht nämlich als "erschwerte Bedingungen" noch nicht aus.
Deshalb muss ich dazu sagen, dass es hier extreeem windig ist. So schnell kannst du hier gar nicht gucken, wie dir alles um die Ohren fliegt, vor allem die Wäsche zieht hier ganz schnell Leine ;-) 
 (mehr dazu in einem nächsten Post)

Und so nimmt der Feengarten stetig neue Formen an....
Hinzu kam dann noch dieses Häuschen in Form einer ausrangierten Laterne....

....zu der das Nachbarsmädchen dann noch dieses Tor beisteuerte. Und das Spinnennetz bekam ich von einer Freundin, die aus "Müll", besser gesagt Katzenfutterschälchen diese Objekte ausstanzt. (Dazu ebenfalls mehr in einem anderen Post)

Blumen und Deko dürfen natürlich auch bei den Feen nicht fehlen....

Tja und auch um den lästigen Waschtag kommen diese geflügelten Wesen nicht herum!...

....es kann aber auch sein, dass sie ihre Flügel und Garderobe einfach mal auslüften mussten ;-)

Und schließlich darf ein Wasserbecken auch nicht fehlen. Und weil ich oft gefragt werde, ob und wo ich die Sachen denn kaufe, (wie??? das/die kann man kaufen???), zeige ich euch ganz kurz in einzelnen Schritten, wie diese Sachen entstehen....
 
Man/frau nehme also eine leere Katzenfutterschale und so einen Luftpolsterbeutel, wie er leider nur allzugern in den Paketen mitgeliefert wird....
 Dann braucht es noch den passenden Stein- hab ich schon erwähnt, dass wir hier "steinreich" sind? hihi
Eine ausrangierte Folie (hier vom Käse)....
...und schließlich noch Heißkleber- vieeel Heißkleber!!

Et violà, schon darf das Wasserbecken ebenfalls im Feengarten einziehen.

Und die aufmerksamen Beobachter unter euch, haben bestimmt festgestellt, dass die Feen über Nacht scheinbar sauber gemacht haben, weil der Besen noch an der Tür lehnt.....

.....und auch die Blumen mussten dringend gegossen werden!! 

Das ein oder andere Schneckenhaus darf selbstverständlich auch aufgepimpt werden....

...und auch die Sitzecke im hinteren Bereich darf auf gar keinen Fall fehlen!...

Was aber eine ganz witzige Entwicklung ist, ist die Tatsache, dass die Nachbarskinder inzwischen vorbeikommen und entweder Blumen in die Schneckenhäuser legen, oder den Garten mit Federn schmücken, ODER (und darüber musste ich so dermaßen lachen;-) ihre Eltern im Eiscafé dazu anleiten, ja nur den großen Eisbecher zu nehmen, weil sie ja die Windrädchen für den Feengarten bräuchten *lach*

Mit diesem Projekt hab ich mir einen Wunsch erfüllt, den ich schon sooo lange mit mir rumtrage, aber nie den richtigen Platz dafür hatte. Manchmal muss das Leben einem tatsächlich erst Zitronen schenken, wie ich in einem vorhergehenden Post geschrieben hab. 
Auch finde ich, man/frau ist nie zu alt, um in die Magie der Feenwelt einzutauchen ;-) ....
Deshalb möchte ich abschließend einen Spruch verwenden, den ich bei Pinterest fand:

IN EVERY GARDENER
THERE IS A CHILD,
WHO BELIEVES
IN THE SEED
"FAIRY "
 
In diesem Sinne: "stay magical" und kommt gut durch die Woche
Alles Liebe
Bis dann, 
eure Jeanne 
 
verlinkt mit: handmadeontuesday 



Dienstag, 4. August 2020

Wimpelkette auf die Schnelle

Neulich, zu Töchterlis Geburtstag, ist es mir schon wieder passiert: Ich hatte keine passende Geburtstagsdeko zur Hand. (Ich schrieb schon mal *HIER*darüber) Die Servietten-Girlande ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen, und so sah/sieht sie entsprechend zerrupft aus. Was also tun? Wer mich inzwischen kennt, weiß: In den nächsten Laden rennen, ist nicht, schon gar nicht, wenn man "JWD" wohnt, also weiiit ab vom Schuß.

Also wurde erst mal das Bastelmaterial durchforstet und ich stieß auf folgende Aktentrenner/ Seitentrenner, oder wie auch immer man diese Dinger aus Karton nennen mag. Ihr wisst aber hoffentlich, was ich meine....


Zu meinem Glück muss ich noch erwähnen, dass der Herr des Hauses mittlerweile ebenfalls vom "Recycling-Virus" angesteckt ist, und mir oftmals Dinge aus dem Büro mitbringt, die ausgemustert, ergo weggeworfen wurden. (Also nix mit "White collar criminality" - dafür wäre er sowieso gänzlich ungeeignet und wäre somit eher mein Fachgebiet ;-) So brachte er mir also diese Trennstreifen mit, die er eigens für mich aus dem Papiercontainer fischte und überreichte sie mir mit den Worten :
"Wie ich dich kenne, kannst du die doch bestimmt wieder für irgendeine Bastelaktiongebrauchten?!"..(Tja, 30Jahre zusammen, hinterlassen eben doch Spuren! ;-)
Und ich bin soo froh darüber, denn ohne die aus dem Müll gefischten, hätte ich nur 2 Farben gehabt; ginge zwar auch, wäre aber nicht so schön geworden....
Also flugs eine Schablone angefertigt, aufgezeichnet und mit dem Schneidgerät ordentlich Meter gemacht. Ich glaub, ich hab nicht mal 5 Minuten dafür gebraucht.

 Der Vorteil von diesen Trennstreifen ist, dass die Löcher schon vorgegeben sind,....

so dass man/ frau anschließend einfach die passende Schnur einfädeln kann. Ich hab mir hier eine Mauererschnur vom Mann gemopst, weil ich in "pastell" nichts passendes in meinen Vorräten fand. (Das mit der "criminality erwähnte ich bereits, oder?- Mal sehen, was mein Therapeut dazu sagt ;-) ...


Et voilà, mit Ballons versehen, die ich in weiser Vorraussicht, immer im Haus hab, schmückten sie schon kurze Zeit später die Wand im Esszimmer.


Wo sie dann jedes Mal genau 20 Tage hängenbleiben dürfen, bis zu meinem Geburtstag....also "two flies with one clap" hahaha ;-) (das haben wir schon ganz praktisch ausgeklügelt, Mr. Perfect und ich....nur mal so am Rande erwähnt, hüstel.....)

Als das ganze an der Wand hing, erinnerten mich die Wimpel sowohl an Eis-, als auch an Schultüten. Von daher wäre die Girlande ja auch für die Sommerparty-oder Einschulungsfeier geeignet.....oder was meint ihr?

So! Das ganze hüpft noch schnell rüber zum Creadienstag, bei dem ich schon seit gefühlten Ewigkeiten nichts mehr verlinkt habe. (Hoffentlich existiert der noch!?)

Macht´s gut, 
bis dann, 
eure Jeanne

verlinkt mit:creadienstag 







Donnerstag, 30. Juli 2020

Alles auf Anfang und was das mit Limonade zu tun hat....


Wie ihr ja sicherlich schon mitbekommen habt, sind wir ja vor kurzem von Bayern nach Thüringen gezogen. Nicht nur, dass es ein anderes Bundesland ist, nein, ich hab das Gefühl, komplett in der Zeit zurückkatapultiert worden zu sein. Das liegt zum einen daran, dass wir hier am neuen Haus einen total verwilderten Garten vorgefunden haben und wir somit wieder komplett von neuem beginnen müssen. Hier mal ein paar Eindrücke:
Der Garten ist in 2 Ebenen unterteilt, hier soll mal das Schildi-Gehege hin.....


Von oben kann man nicht mal erkennen, dass es 2 Ebenen sind, und wo welcher Bereich beginnt und aufhört.....

Oben auf der Terrasse ebenfalls alles zugewuchert....
Erschwerend kommt hinzu, dass es Südlage ist und somit ab 11 Uhr die Sonne unbarmherzig runterknallt. Und das alles ohne Schatten!!...Und auch was die Vegetationszeit betrifft, ist es schon zu spät, um etwas zu pflanzen. Was also tun??

Selbst Smülan scheint zu denken: "Euer Ernst jetzt?"

Ich muss gestehen, ich war anfangs der Verzweiflung nahe, angesichts dieser schier unlösbaren Aufgabe, hier einen Garten entstehen zu lassen. 
Doch durch Zufall entdeckte ich die Tage einen schönen Spruch im Internet, der da lautet:

"Hab keinen Angst vor einem Neuanfang-
diesmal startest du nicht bei Null-
sondern mit ganz viel Erfahrung!"
 
Stimmt!!! Nach nun fast 30 Jahren Gartenerfahrung, kann ich nur sagen: "Ran ans Werk!"
Und so pflügten mein Mann und ich uns Schrittchen für Schrittchen mit schwerem Gerät durch das Gestrüpp. Abends fielen wir erschöpft, aber glücklich ins Bett. Sooo gut haben wir schon lange nicht mehr geschlafen. Zeitgleich sind wir brutzelbraun und haben sogar an Gewicht verloren und Muckis bekommen ;-) Mit jedem Meter, den wir freilegten, stieg unsere Stimmung und gipfelte in totaler Euphorie, als wir sogar eine Steintreppe "fanden", die beide Ebenen verbindet. (Kein Witz!!, die war von dieser komischen Hecke so zugewuchert, dass man sie nicht sehen konnte und erst freischneiden mussten!) GENAU SO müssen sich Archeologen bei ihren Ausgrabungen fühlen!! *lach* :) :) .....

Vor allem aufgrund solcher Abdrücke ;-)......



Die Amis haben übrigens ein vorbildliches Lebensmotto, was solche Situationen betrifft:

"Wenn das Leben dir Zitronen gibt, mach´Limonade daraus!"

Und genau das machen wir auch! Also zum einen Limonade *CLICK*(das perfekte Getränk für diese heißen Hundstage) und zum anderen das beste aus der Situation, indem wir peu à peu den Garten in ein kleines Paradies verwandeln. Und ich dachte doch tatsächlich vor unserem Umzug, mir könnten irgendwann evtl. die Ideen ausgehen...
Es bleibt also spannend....to be continued..... 

in diesem Sinne,
kommt gut durch die heißen Tage,
bis dann, 
eure Jeanne




Donnerstag, 16. Juli 2020

Das 20-Minuten-Kind

*
Vorwarnung: nachfolgenden Post können sich wirklich nur reiche Personen leisten ;-)......

Ich sitze hier gerade an einem ganz anderen Post, und während meine Gedanken und Blicke durch das offene Fenster abschweifen, höre ich unten auf der Straße eines der Kinder einem anderen zurufen:" Ich hab 20 Minuten Zeit zum Spielen!"
Ruft man bei unserem Pizzabäcker an, und bestellt eine ebensolche, verabschiedet er sich stets mit typisch näselndem italienischen Akzent:" Signora, zwanzisch Minudde!"
Solange es also dauert, eine Pizza in einem Steinofen zuzubereiten, solange hat ein Kind heute zum Spielen zur Verfügung. Traurig! Wirklich traurig!
Ich will jetzt wirklich nicht mit "Früher war alles besser", anfangen, aber dieser Post schreit geradezu danach! Denke ich z.B an meine eigenen Kindheit zurück, so hieß es: " Seid um 6 Uhr zu Hause!" oder in den Sommerferien, wenn wir nach dem Essen wieder zum Spielen nach draußen durften: "Wenn es dunkel wird, kommt ihr heim!" Bei unserer Tochter wurden die Zeiten noch im Stunden- , selten im Halbstundentakt angegeben und heute ist man, wie es scheint, bei 20 Minuten angelangt. Schon 4-Jährige werden von den Eltern mit der Botschaft losgeschickt, wenn sie an der Tür klingeln: "Ich darf noch 20 Minuten spielen!" Über so etwas kann ich erhlich gesagt nur verwundert staunen. Also ob 4-jährige schon wüssten, was 20 Minuten sind, wo sie doch noch gar keine Uhrzeit lesen können....Und überhaupt haben die Kids doch noch gar kein Zeitgefühl. Die wären theoretisch noch in der glücklichen Lage, Zeit als etwas ewiges wahrzunehmen. Doch leider ist ihr Terminplaner vollgespickt mit Events, die es abzuarbeiten gilt. Kita-Kinder unternehmen gefühlt an einem Tag  mehr, als ich in einer Woche, oder gar in einem Monat (leicht übertrieben gesagt!) Kein Wunder, wenn sie vieles nur noch als "To go" kennen und auch nicht mehr still sitzen können. Von Konzentration ganz zu schweigen. Das wird heute bei der Programmierung der Kinder scheinbar gänzlich ausgelassen. (Aber zum Glück wurde ja ADHS als Ausrede noch rechtzeitig "erfunden"!) Doch meines Erachtens beraubt man die Knirpse gänzlich um die Fähigkeit stundenlang im Flow zu versinken. Die Eltern sind heute zu den Entertainern ihrer Zöglinge mutiert. Die machen den Affen für ihre Kinder, wissen gar nicht mehr, WAS sie noch alles an Events auffahren sollen und die Kinder rufen "unisono" in der  20 Minuten-Endlosschleife:" Und was machen wir jetzt? " " Und was machen wir jetzt?" "Und was.....

Und während ich genüßlich bei einer Tasse Tee an den Flugversuchen der kürzlich flügge gewordenen Schwalben am Abendhimmel ablesen kann, dass ich "gießfrei" habe, checkt der Nachbar noch eben schnell bei einer Tasse Kaffee und Zigarette die Wetter-App, um anschließend das kostbare Naß aus dem Hahn stundenlang über seinen Rindenmulch- und Schottervorgarten laufen zu lassen. Allein bei dem vielen Zigarettenkonsum der heutigen Elterngeneration kommt mir sofort das Bild der grauen Herren von Momo in den Sinn. Vielleicht erhoffen sie sich ja insgeheim, sie könnten sich die gestohlene Zeit wieder zurückholen!? Wir alle kennen Momos graue Herren, die es allein auf unsere Zeit abgesehen haben/hatten,  vorrausgesetzt natürlich, man liest noch Bücher, was ja scheinbar auch nicht mehr der Fall ist. (Doch gibt es zum Glück auch den entsprechenden Film dazu) Doch zurück zum Thema. Als ich persönlich das Buch las, gab es noch kein Internet. Jaha, ich hab noch zu Zeiten der Dinosaurier gelebt ;-)..... Damals, als Teenager dachte ich beim Lesen:" Und wenn schon, sollen sie uns doch die Zeit klauen! Wir haben doch mehr als genug davon!" Sooo schlimm ist das jetzt auch wieder nicht. Heute, mit ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel, weiß ich, dass Michael Ende, (das ist der Verfasser, also das, was heute der Regisseur ist) seiner Zeit weit voraus war. Er hat schon damals erkannt, dass  "Zeit "die neue, wenn nicht sogar die kostbarste Währung überhaupt wird. Eine Währung, die sich die meisten tatsächlich nicht mehr leisten können....
So gesehen, zähle ich mich zu den reichsten Menschen überhaupt! Denn ich habe tatsächlich noch Zeit! Oder besser gesagt, ich nehme mir sie! Vor allem, für Dinge, die mir wichtig sind. Klar, werden jetzt hier die Aufschreie kommen, von wegen:" Du hast gut reden, gehst nicht arbeiten, hast keine kleinen Kinder, klar kann man da leicht die Füsse hochlegen, usw. usf." Doch ich halte dagegen, dass die meisten Mütter arbeiten gehen, um das Geld, das sie verdienen, in ihre Kinder zu stecken, um mit dem allgemeinen Trend mithalten zu können. Einst lernten wir Fahrrad fahren, wenn WIR das Gefühl hatten, es sei nun endlich an der Zeit. Dann schnappte man sich den Drahtesel des großen Bruders und dieser musste dann nach Anweisung der Eltern so lange neben herlaufen und stets bestätigen, dass er "immer noch das Rad halte".....während man längst schon alleine die Straße runtergurkte. Heute werden 4-Jährige mit viel Überredungskunst und letztendlich ungeduldigem Geschimpfe (schließlich hat man ja keine Zeit) eben mal schnell aufs Fahrrad gezwungen und mit den neuesten Erzeugnissen, die die Spielzeugindustrie gerade ausgespuckt hat, geködert. So nach dem Motto: " Entweder du strengst dich jetzt an, und trittst ordentlich in die Pedale, oder es gibt kein:" Lego Ninjago-Meister des Spinjitzu, bzw. Lego 71702 Ninjago Legacy Goldener Mech, mit Lloyd, Wu und General Kozu beides als Ninja-Bauset"!!!!!! 

Eine Freundin hat mir mal erzählt, sie würde nur aus Hobby arbeiten gehen, denn das Geld, das sie verdient, geht komplett für die Kids, sowie Kita, Nanny, Putzfrau etc drauf, weil sie ja schließlich arbeiten gehe, und sich um "so etwas" ja nicht kümmern könne..... Das ist dann die berühmte "milkgirlbill", also auf Deutsch die Milchmädchenrechnung.
Ich frage mich von daher, was nützt all der Reichtum, all die vollgestopften Kinderzimmer, all die Gadgets, die Merchandise-Klamotten der neuesten Disney-Filme, wenn du am Ende doch nicht die Zeit hast, einfach "nur" Kind zu sein!?

So, das waren mal eben meine geistigen Ergüsse, während ich ja eigentlich an einem ganz anderen Post schreibe. Aber ich wollte/ musste das einfach mal loswerden. Hach, jetzt geht es mir tatsächlich besser. Wie seht ihr das? Und wenn ihr Eltern von kleinen Kindern seid, wie handhabt ihr das? Wie oben beschrieben, oder gibt es wirklich noch Ausnahmen? Bitte bitte, beweist mir, dass es wirklich noch anders geht in dieser hektischen schnelllebigen Welt? Immer öfter muss ich an einen Button denken, den ich mir in den 80igern an die Jeansjacke heftete mit dem Spruch: Halt mal kurz die Welt an, ich will aussteigen!  Denn ehrlich gesagt, komme ich bald wirklich nicht mehr mit diesem Tempo in der heutigen Welt mit, und will es ehrlich gesagt auch gar nicht.
Wie seht ihr das?? Bin schon gespannt auf eure Kommentare....

In diesem Sinne, 
Macht´s gut, 
bis dann, 
eure Jeanne

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Montag, 22. Juni 2020

Neue Wege gehen....

Melde mich zurück aus der nicht beabsichtigten Blogpause! Ja, es gibt mich noch *grins*
Wir sind nur eben mal wieder umgezogen, wieder in ein anderes Bundesland (diesmal Thüringen, jaha, richtig gelesen!..) und von daher gab es noch einiges an Arbeit zu erledigen.
Doch so langsam kehrt der Alltag wieder zurück. A propos, während des ganzen Kisten packens, flitzte ich eines Tages schnell runter ins Dorf, um einzukaufen. Und entgegen meiner Gewohnheiten, lief ich den gleichen Weg auch wieder zurück; normalerweise gehe ich nie den gleichen Weg 2 Mal- keine Ahnung, warum.... Und auf dem Rückweg fiel mir etwas auf, das ich bis dato noch NIE gesehen hab, nämlich DAS hier:

Das liegt ganz einfach daran, dass ich diesen Weg gewohnheitsmäßig immer nur in die eine Richtung gehe, was dann SO aussieht: zwar auch schön, aber jetzt nicht unbedingt SOO spektakulär!


Nur in die andere Richtung sieht man diese wunderschöne Eule im Baum:
 
Zum Glück hatte ich es aber an diesem Tag eilig, denn sonst wäre mir dieses kleine Kunstwerk wohl für immer entgangen. Wieder zu Hause beim Kisten packen, ließ mich dieses "Erlebnis" nicht mehr los und ich fragte mich, wie oft im Leben ich denn wohl bestimmte Dinge nicht wahrgenommen, sprich verpasst hab, weil ich einfach zu festgefahren in meinen Gewohnheiten bin?! Wie oft rennt man blind durch die Gegend, mit dem Kopf ganz woanders. Wie oft täte uns mehr Achtsamkeit gut oder ganz einfach mal ein Perspektivenwechsel gut, um die Welt wieder mit anderen Augen wahrzunehmen. Und genau so einen Wechsel haben wir mal wieder vorgenommen. Und wieder einmal heißt es bei uns: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne!"... Im Moment finde ich, bzw finden wir, es noch toll, immer wieder Neues kennenzulernen. Neue Menschen, eine neue Gegend, neue Bräuche und eine neue Kultur. Doch auch bei uns wird früher oder später (so will ich doch stark hoffen) einmal der Zeitpunkt kommen, wo wir sesshaft werden. Wo wir ankommen und wieder Wurzeln schlagen werden. Doch bis dahin genießen wir die aufregende Reise, von der wir jedes Mal etwas mitnehmen können, an Erfahrungen, Eindrücken und Erinnerungen. Damit wir später, wenn wir alt und runzelig auf unserer Bank vor dem Haus sitzen, uns gegenseitig mit einem Glas Wein zuprosten, und jeden Satz mit: "Weißt du noch?"....beginnen können, und aus dem Erzählen gar nicht mehr rauskommen ;-)
In diesem Sinne hoffe ich, dass uns der ErzählStoff (und auch der andere ;-) so schnell nicht ausgehen mögen.....

Macht´s gut, 
bis dann,
Eure Jeanne

Dienstag, 5. Mai 2020

Mauerblümchen


Hier ein kleines Lebenszeichen von mir: es gibt mich also noch!!
Doch durch Corona hatte ich mich erstmal weggeschlossen und Masken genäht- bis ich nachts davon geträumt hab!! Aber keine Angst, ich werde hier keine davon zeigen. Der Markt ist eh schon gesättigt davon. Masken in aller bzw. auf aller Munde!!
Um den Kopf wieder frei zu bekommen, musste ich mich anderweitig beschäftigen....

Bei uns die Straße runter, gibt es ein Tuffsteinmauer, die übersät ist von kleinen Blümchen.
Und jedes Jahr um diese Zeit stehen sie in voller Blüte. Sie sehen im ersten Moment aus, wie Mini-Veilchen bzw. Mini-Stiefmütterchen. Ehrlich gesagt hab´ich absolut keine Ahnung, wie die genau heißen.....





....deshalb hab ich mir einfach einen Ableger gemacht, diesen in einen Tetrapack-Blumentopf gesteckt und ihr entsprechend einen passenden Namen gegeben:

Weiß zufällig jemand von euch, wie diese Pflanze/Blume heißt? Falls ja, immer her mit dem Wissen! ;-)

Das ganze wandert auch gleich als Mini-DIY zum Creadienstag rüber....

Ihr Lieben, macht´s gut, bleibt gesund!
Eure Jeanne 

Nachtrag:
Die Bruni, weiß zum Glück Bescheid!! Und hat mich darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Gewächs um das sog. Zimbelkraut handelt; das musste ich natürlich gleich googlen. Und dann stand doch da tatsächlich folgendes:

....Zimbelkraut (Cymbalaria muralis), auch als Mauerblümchen oder Mauer-Zimbelkraut bekannt,.....

Da musste ich dann aber doch laut loslachen. Das ist mir wirklich noch nie passiert, dass ich einer Pflanze instinktiv den richtigen Namen gegeben hab ;-) 

Liebe Bruni, von daher nochmals ein ganz herzliches Dankeschön für die Aufklärung. Ich sag´s ja immer: Bloggen bildet *lach*
 
 

verlinkt mit: creadienstag